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Eine scharfe Safari in Kapstadt

Ergebnis der Kochkunst: Samosas – mit Rindfleisch und Gewürzen gefüllte Teigtaschen.  Foto: Detlef Berg
Ergebnis der Kochkunst: Samosas – mit Rindfleisch und Gewürzen gefüllte Teigtaschen. Foto: Detlef Berg

VonDetlef Berg

Es gibt wenig Möglichkeiten, ein Land besser kennenzulernen, als mit Einheimischen zu kochen. Eine Koch-Safari durch das Bo-Kaap-Viertel in Kapstadt ist ein Erlebnis für Auge, Nase und Gaumen. Natürlich müssen die Teilnehmer auch selbst anpacken.

Kapstadt.Wenn ich für meine Familie koche, nehme ich zwei gehäufte Esslöffel Chili, für euch belassen wir’s mal bei einem“, sagt Faldela Tolker. Im kleinen Haus der Familie im Bo-Kaap-Viertel von Kapstadt erleben die Teilnehmer einer Kochsafari die typische malaiische Küche. „Ihr schaut aber nicht nur zu, jeder von euch hilft auch mit“, stellt Faldela gleich am Anfang klar. „Und gebt euch Mühe, denn das, was wir zusammen kochen, kommt nachher zum gemeinsamen Essen auf den Tisch.“
Das kulinarische Abenteuer beginnt vor dem Bo-Kaap-Museum in der Wale Street 71. Das ist der Treffpunkt für die Cape Malay Cooking Safari. „Die Gruppen sind klein, maximal zehn Teilnehmer“, sagt Sabelo Maku, der in Kapstadt als Reiseführer arbeitet.
Diesmal sind eine Amerikanerin mit ihrem Sohn, zwei deutsche Touristen, eine Familie aus Australien und eine Lokalreporterin aus Kapstadt dabei. „Ich habe schon viel über diese Tour gehört“, sagt die junge Journalistin. „Jetzt möchte ich mir endlich ein eigenes Bild machen und in unserem Magazin darüber berichten.“
Um den Gewürzladen „Atlas Trading“ zu entdecken, müssen die Besucher eigentlich nur ihrer Nase folgen. Aus einem unscheinbaren Haus strömt ein betörender Duft – es riecht mal nach Zimt und Kardamom, dann wieder nach Koriander und Ingwer. Zunächst sei der Laden ein ganz normales Geschäft gewesen, in dem vor allem indische Produkte verkauft wurden, erzählt Wahab R. Ahmad, der die Atlas Trading Company in zweiter Generation führt. Erst nach und nach habe man sich ganz auf Gewürze konzentriert. Sabelo verdeckt die Schilder, schaufelt eine Kostprobe aus einem Kasten und lässt die Teilnehmer kurz schnuppern. „Richtig, das ist Fenchel“, lobt er.
Auch Koriander und Safran sind kein Problem. Aber was sind Kurkuma oder Kasuri Methi, getrocknete Bockshornkleeblätter? Und wofür werden sie verwendet? „Am besten verkauft sich unser Leaf Masala“, sagt Wahab R. Ahmad. „Das ist eine Mischung aus zwölf Gewürzen, die eigentlich zu allem passt, Curries etwa mit Rind, Hühnchen oder Gemüse.“ Fast alle kaufen von der Mischung – für die eigene Küche zu Hause oder als Mitbringsel.
Sabelo drängt zum Aufbruch, denn Faldela Tolker wartet bereits ungeduldig in ihrer Küche. Die Zutaten für die Samosas, das sind mit Rindfleisch und Gewürzen gefüllte Teigtaschen, hat sie schon vorbereitet. „Ihr könnt Euch dann um den Teig kümmern. Einfach Mehl, Backpulver und Salz in die große Schüssel geben, gut mit der Butter vermengen und etwas Wasser dazugeben und das Ganze schön durchkneten“, sagt sie, und rührt währenddessen im Topf, der auf dem Herd steht und in dem das Curry köchelt. Beim Ausrollen des Teigs zu hauchdünnen Fladen sind wieder alle dabei, und mit mehr oder weniger Geschick werden anschließend Teigtaschen geformt und gefüllt. Bevor sie ins Ölbad kommen, müssen sie fest verschlossen werden. „Mit der Gabel die Ränder schön zudrücken“, rät Faldela und bugsiert die fertigen Exemplare ins heiße Ölbad. Als Getränk gibt’s Falooda, ein Rosen-Milch-Getränk, aus Reisnudeln, Subja-Samen, Milch und Rosen-Likör zubereitet.
Am Ende sitzen alle beim gemeinsamen Essen am Tisch: Südafrika hautnah – und doch höllisch scharf.

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