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Mit dem Strom durchs Hopfenland

Grüne Auen soweit das Auge schaut, bietet die Hallertau. Das bayerische Gebiet ist auch als Hopfenland bekannt, denn ein Drittel des weltweiten Hopfenanbaus findet dort statt.  Foto: Albrecht E. Arnold/pixelio.de
Grüne Auen soweit das Auge schaut, bietet die Hallertau. Das bayerische Gebiet ist auch als Hopfenland bekannt, denn ein Drittel des weltweiten Hopfenanbaus findet dort statt. Foto: Albrecht E. Arnold/pixelio.de

Das Bier ist und bleibt der Deutschen liebstes alkoholhaltiges Getränk. Hergestellt wird es aus Wasser, Malz und einer Pflanze aus der Familie der Hanfgewächse – Hopfen. Was viele nicht wissen: Ein Drittel des weltweiten Hopfenanbaus entfällt auf die Hallertau, ein bayerisches Gebiet zwischen Ingolstadt, Freising, Kelheim und Landshut.

Die Region, die im Norden von der Donau begrenzt wird, ist vor allem für Radfahrer ein beliebtes Ziel: zahlreiche Radwege verlaufen durch flaches bis leicht hügeliges Terrain. Nur selten sind größere Steigungen zu überwinden. Zudem sind alle Routen gut ausgeschildert, meist führen sie an Flüssen entlang. Eine besonders schöne Route ist der Abens-Radweg, welcher sich durch Hopfenfelder und grüne Auen entlang des gleichnamigen Flüsschens schlängelt. Die Tour beginnt in Bad Gögging.

Der Kurort ist bekannt für seine bayernweit einzigartige Heilmittelkombination. Schwefel- und Thermalwasser sowie Naturmoor kommen hier gemeinsam vor. Wer keine Möglichkeit hat, die eigenen Drahtesel mitzubringen, kann sich in Bad Gögging tageweise Räder leihen. Auch das ortsansässige „The Monarch Hotel“ hat den Frühling eingeläutet und verleiht nicht nur Fahrräder, sondern auch E-Bikes. Das Rad mit Elektromotor stellt die perfekte Lösung für alle dar, die es bequem mögen oder sich eine recht weite Strecke vorgenommen haben.

Lässt man sich auf dem Abens-Radweg Zeit, kommt man von Bad Gögging aus nach ungefähr 20 Minuten durch Abensberg. Sehenswert ist hier vor allem der kunterbunte Kuchlbauerturm, welcher nach Plänen von Friedensreich Hundertwasser auf dem Gelände der Kuchlbauer-Brauerei entstanden ist. Wer möchte, kann hier den Brauvorgang live erleben und im Anschluss ein Glas Gerstensaft probieren.

Außerdem lohnt sich ein Abstecher in die sehr gut erhaltene Abensburger Altstadt mit ihren barocken Kirchen und Klöstern. Verlässt man Abensberg, geht es weiter auf wenig befahrenen Nebenstraßen und durch Hopfengärten in Richtung Süden. Die zwischen Pfählen gespannten Drähte, an denen die robuste Pflanze unermüdlich emporrankt, muten im Winter beinahe bizarr an. In der Radsaison fährt es sich aber herrlich inmitten des saftigen Grüns.

Im weiteren Verlauf des Abens-Radwegs durchquert man Biburg, wo mit der Klosterkirche ein bedeutendes romanisches Bauwerk besichtigt werden kann, und passiert Siegenburg. Hier befindet sich die Kirche St. Nikolaus, die aufgrund ihrer Größe auch „Dom der Hallertau“ genannt wird. Hat man weitere Ortschaften hinter sich gelassen und einige grüne Auen durchquert, welche die Abens bildet, gelangt man in den Elsenfelder Ortsteil Ratzenhofen. Das gleichnamige vierflügelige Schloss bietet am Wochenende eine ideale Gelegenheit für eine erholsame Rast. Große Kastanienbäume spenden während der Brotzeit Schatten – eine gute Gelegenheit, die Räder abzustellen und sich eine Pause zu gönnen.

Die Hallertau lässt sich
mit allen Sinnen genießen

Wer anschließend bis nach Marzling weiterfahren will, wo sich der Abens-Radweg mit dem Isar-Radweg vereint, hat noch einige Kilometer vor sich. Mit dem E-Bike sind auch diese entspannt zu bewältigen. Alternativ verkehrt ein Bus zwischen Mainburg und Regensburg, der müde Radler inklusive Drahtesel wieder zurück nach Bad Gögging bringen kann. Warum nicht am nächsten Tag zum atemberaubenden Donaudurchbruch bei Kelheim radeln und per Schiff durch die Weltenburger Enge fahren?
Die Tourist-Information Bad Gögging verleiht außerdem GPS-Geräte. Ist man auf diese Weise versorgt, lässt sich das Hopfenland Hallertau mit allen Sinnen genießen.

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