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Mit Winzigkeiten gegen den Wind bestehen

Rekordhalter unter den Großserienautos bei der Aerodynamik: Der Mercedes CLA hat einen cw-Wert von bestenfalls 0,22.
Rekordhalter unter den Großserienautos bei der Aerodynamik: Der Mercedes CLA hat einen cw-Wert von bestenfalls 0,22.

Sie ringen um jedes Tausendstel hinter dem Komma: Nachdem die Autohersteller in den vergangenen Jahren vor allem gegen das Übergewicht ihrer Modelle gekämpft haben, arbeiten sie jetzt verstärkt am cw-Wert. Denn zusammen mit der Stirnfläche eines Autos definiert er dessen Luftwiderstand. Und je geringer der ist, desto weniger Kraftstoff verbraucht ein Auto.
Der Clou an der Sache: Optimierungen im Kampf gegen den Wind können vergleichsweise kostengünstig umgesetzt werden. „Je geringer der cw-Wert, desto niedriger ist auch der CO2-Ausstoß“, sagt Prof. Jochen Wiedemann vom Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren in Stuttgart (FKFS).
Und Teddy Woll, der bei Mercedes in Stuttgart die Aerodynamik-Entwicklung leitet, meint: „Eine Verbesserung des cw-Wertes um 0,01 bedeutet im Prüfzyklus ein Gramm CO2 weniger pro Kilometer.“ Für den im Alltag höheren Verbrauch bedeutet das: Auch die Einsparung an CO2 steigt - in diesem Beispiel auf rund zwei Gramm. Und weil der Einfluss des cw-Wertes mit der Geschwindigkeit zunehme, klettere die Einsparung bei Tempo 150 sogar auf fünf Gramm weniger CO2, so Woll. Was im Kampf gegen den Fahrtwind möglich ist, zeigt etwa der VW XL1. Mit einem cw-Wert von 0,189 ist das Ein-Liter-Auto laut Hersteller das aktuell strömungsgünstigste Fahrzeug auf dem Markt, wenngleich es nur in einer Kleinserie gefertigt wird.
Die Niedersachsen haben eine flache und schlanke Karosserieform gewählt, die sich nach hinten verjüngt. „Wir haben an jedem Detail gefeilt“, sagt Steven Volckaert aus der VW-Entwicklung. Jede Karosseriefuge wurde geschlossen, der Unterboden verkleidet. Die Außenspiegel ersetzen kleine Videokameras. „Das allein spart einen Zehntelliter.“

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