Nordkurier.de

Ola-Beschäftigte bangen: Streit um Ost-West-Bahnnetz

Wie der Ola-Zug im Schweriner Hauptbahnhof standen am Mittwoch Mitarbeiter des OLA-Betriebsrates vor dem Landtag, um dem Parlament rund 6100 Unterschriften für den Erhalt der Privatbahn zu übergeben.  FOTO: Jens Büttner
Wie der Ola-Zug im Schweriner Hauptbahnhof standen am Mittwoch Mitarbeiter des OLA-Betriebsrates vor dem Landtag, um dem Parlament rund 6100 Unterschriften für den Erhalt der Privatbahn zu übergeben. FOTO: Jens Büttner

VonWinfried Wagner

Der ältesten Privatbahn im Nordosten – der Ola – droht das Aus. Die Hauptstrecke wurde an den großen Bahn-
konkurrenten vergeben. Vor Gericht wird nun eine neue Ausschreibung angestrebt.

Neubrandenburg/Schwerin.Die Neuvergabe des Ost-West-Bahnnetzes in Mecklenburg-Vorpommern durch das Land ist ein Fall für das Gericht. Nach einer Klage des Veolia-Konzerns befasst sich das Oberlandesgericht (OLG) in Rostock mit dem Fall, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch bestätigte. Unklar sei aber noch, in welchem Zeitraum eine Entscheidung des Vergabesenats fallen werde.
In dem Fall geht es um die Bahnstrecke von Lübeck über Bützow, Güstrow und Neubrandenburg nach Pasewalk sowie Pasewalk–Ueckermünde, wie ein Sprecher der Eisenbahngewerkschaft EVG ergänzte. Die rund 150 Beschäftigten der Privatbahn Ola, die neben der Deutschen Bahn AG gegenwärtig auch dort fährt, fordern eine europaweite Neuausschreibung. Sonst stehe ihre Firma mit dem Fahrplanwechsel Ende 2014 vor dem Aus.
„Es geht darum, die Ola zu halten“, erklärte eine Veolia-Sprecherin. Am Mittwochnachmittag übergaben Mitarbeiter des Ola-Betriebsrates dazu in Schwerin eine Sammlung mit rund 6100 Unterschriften für Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD). „Außerdem fordern wir die Parteien und Fraktionen auf, sich noch einmal mit dem Thema zu beschäftigen“, sagte Betriebsrat Joachim Borrmann.
Hintergrund des Streits ist, dass die Ola auf Wunsch des französischen Mutterkonzerns Veolia 2012 ihr Angebot für die Strecke zunächst zurückgezogen hatte. Das Verkehrsministerium hatte das Ost-West-Netz danach für 15 Jahre an den einzigen Bewerber, die Deutsche Bahn-Tochter DB Regio, vergeben. Anfang 2013 seien nochmals Vertragsdetails mit der Bahn neu vereinbart worden.
Dagegen und damit insgesamt gegen die Vergabe legte die Veolia-Gruppe Beschwerde ein. Diese wies die zuständige Vergabekammer MV zunächst zurück, wonach das OLG angerufen wurde. Die Ola-Mitarbeiter haben durch ihre Proteste erreicht, dass sich Veolia nun doch wieder um Bahnstrecken bewirbt.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×