Nordkurier.de

Wenn Bello auf Jagd geht

Kaum wird es wärmer, zieht es Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern raus in die Natur – zum Beispiel zu einem langen Waldspaziergang. Doch der Ausflug hat schnell ein Ende, wenn der Hund ein Wildtier anfällt. Wer seinem Tier aber frühzeitig die wichtigsten Kommandos beibringt, kann sich jede Menge Ärger ersparen. Gerade im Frühjahr sollten Hundehalter ihren tierischen Begleiter beim Waldspaziergang unter Kontrolle haben.

„In dieser Zeit bringen viele Wildtiere ihre Jungen zur Welt. Einem jagenden Hund wären die Kleinen völlig ausgeliefert“, erklärt Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdschutzverband in Berlin. Auch trächtige Tiere seien nicht mehr in der Lage, schnell genug die Flucht zu ergreifen. Seiner Meinung nach sollten Hunde im Wald immer angeleint sein. Doch das Bundeswaldgesetz enthält keine eigenen Regelungen für Hunde. Die Vorschriften sind deshalb in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. So gibt es in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Thüringen eine Leinenpflicht. „In Bundesländern ohne Leinenzwang in Wäldern gilt: Hunde, die zum Jagen neigen und nicht absolut gehorsam sind, sollten im Wald keinesfalls unangeleint laufen“, sagt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn.

Ablenkungsmanöver einsetzen

Habe sich der Hund erstmal in seine Beute verbissen, sei er schwer davon abzubringen, sagt Thomas Riepe, Vorsitzender des Berufsverbandes der Hundepsychologen aus Anröchte in Nordrhein-Westfalen. Er rät in so einem Fall zu Ablenkungsmanövern. Der Halter könne beispielsweise seine Jacke auf das angefallene Tier werfen. Auf keinen Fall sollte der Besitzer versuchen, seinem Vierbeiner die Jagdtrophäe zu entreißen. Nachdem der wildernde Vierbeiner wieder angeleint ist, sollte der Jäger des Reviers angerufen werden. „Ist der nicht bekannt, kann die Polizei helfen und Kontaktdaten weitergeben“, sagt Janet Kloß von der Polizeidirektion Niederlausitz-Oberschlesien. Rechtliche Folgen müssten Hundehalter nur befürchten, wenn der Jäger oder ein Zeuge des Geschehens Anzeige erstatten. „Ist ein finanzieller Schaden entstanden, springt die Haftpflichtversicherung des Halters ein“, sagt Kloß.

Einem Hund den Jagdtrieb abzugewöhnen, sei nicht möglich, stellt Riepe klar. Halter könnten ihrem Vierbeiner den Waldspaziergang aber so spannend gestalten, dass er gar nicht auf die Idee kommt, einem Wildtier hinterherzujagen. Eine Möglichkeit sei es zum Beispiel, immer wieder andere Wege zu gehen.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×