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Offshore-Branche geht die Puste aus

[KT_BU]Bei den Windparks vor der deutschen Küste müssen Bauherren mit schwierigen Anforderungen zurechtkommen.  FOTO: Ingo Wagner
[KT_BU]Bei den Windparks vor der deutschen Küste müssen Bauherren mit schwierigen Anforderungen zurechtkommen. FOTO: Ingo Wagner

VonChristine Schultze

Knapp fünf Jahre nach dem Baubeginn für den ersten Windpark vor der deutschen Küste wachsen die Sorgen um die Offshore-Branche.

München.Die Windkraft auf See gilt als Standbein der Energiewende. Doch die Unternehmen sind ernüchtert: Komplizierte Genehmigungsverfahren, die stockende Netzanbindung und schwierige Finanzierungsbedingungen sind nur einige der Herausforderungen für Hersteller und Versorger.
Aber: Die Aussichten für Offshore-Anlagen sind vielversprechend. Das erklärt Marcus Weber, Partner der Strategieberatung Roland Berger Strategy Consultants, in einer Studie. Auf 130 Milliarden Euro schätzt er das globale Investitionsvolumen für Windparks auf See bis 2020. Gerade Europa mit seinen ehrgeizigen Klimazielen komme dabei eine Vorreiterrolle zu. Dabei dürften künftige Projekte größer ausfallen, die weiter entfernt von den Küsten und in tieferen Gewässern installiert werden.
Bei den Windparks vor der deutschen Küste müssen Bauherren schon heute mit solch schwierigen Anforderungen zurechtkommen. Das größte Problem: der Netzanschluss der Windparks auf See. So kämpft Technologieriese Siemens als weltgrößter Hersteller von Offshore-Windturbinen mit teuren Verzögerungen beim Anschluss von Nordsee-Windparks. 682 Millionen Euro lasteten in den vergangenen eineinhalb Jahren deshalb auf den Siemens-Bilanzen. „Wir gehen davon aus, dass das Gros an Belastungen hinter uns liegt“, sagte ein Unternehmenssprecher.
Um solchen Risiken aus dem Weg zu gehen, lässt Siemens-Erzrivale General Electric (GE) vorerst lieber die Finger vom deutschen Offshore-Markt. Rund läuft es für den US-Konzern hierzulande dennoch nicht: Der erst kürzlich berufene Chef des deutschen Windgeschäfts von GE, Andreas von Bobart, räumt ein „mageres Jahr 2012“ ein.
GE will mit einer neuen Maschine speziell für Regionen mit schwachem Wind punkten. Erste Kaufverträge sind unterzeichnet. Die Verunsicherung sei aber greifbar, sagt Bobart. „Investitionsentscheidungen im Windmarkt werden im Moment aufgeschoben.“ Das treffe die ganze Branche.
Starke Konkurrenz gibt es unter den zahlreichen Windparkprojekten in Europa um das Geld der Versorger und anderer Investoren. „Wir werden zukünftig dort investieren, wo wir die verlässlichsten Rahmenbedingungen vorfinden“, sagt Hans Bünting, Chef der Sparte für Erneuerbare Energien bei RWE.
Nach zuletzt einer Milliarde für Strom aus Wind, Sonne und Co. steckt der Konzern künftig nur noch 500 Millionen Euro jährlich in den Ausbau der Erneuerbaren. Grund: Die teuren Folgen des Atomausstiegs in Deutschland.
Das Unternehmen hat rund 2200 Megawatt an Windkraftleistung in Europa installiert und Erfahrung mit dem Bau von Windparks. „Im Ausland sieht man, dass es auch unkomplizierter laufen kann“, sagt Bünting.
In Großbritannien und Belgien zum Beispiel sei der Betreiber des Windparks auch für den Bau des Netzanschlusses verantwortlich. „Damit fallen komplizierte Schnittstellen zu anderen Unternehmen weg.“

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