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Schneiden und bürsten im WM-Trainingszentrum

Sieht aus wie bunte Federn, sind aber gefärbte Haarsträhnen. Damit will Anna Eismann punkten. [KT_CREDIT]
Sieht aus wie bunte Federn, sind aber gefärbte Haarsträhnen. Damit will Anna Eismann punkten. [KT_CREDIT]

VonChristian Schultz

Es wird geschnibbelt, gesprayt, gefönt und gebürstet, was das Zeug hält. In Koblenz bereitet sich die deutsche National- mannschaft der Friseure auf die WM im kommenden Jahr in Frankfurt vor.

Koblenz.Noch eine kurze Korrektur, dann sitzt die Frisur. Paul Koegel ist zufrieden mit dem Outfit seiner Frisierpuppe – nach mehr als 30 Stunden Arbeit. Der 23-Jährige aus Halle ist im Kader der deutschen Nationalmannschaft der Friseure. Gemeinsam mit 31 Kollegen bereitet er sich seit Montag im WM-Trainingszentrum bei der Handwerkskammer Koblenz auf die bevorstehende Weltmeisterschaft, die „Hairworld“, vom 3. bis 5. Mai 2014 in Frankfurt am Main vor.
Rot, gelb und blau kommt Koegels Frisur-Schöpfung daher. Damit einzelne Haare ungefärbt bleiben, hat er sie in mühsamer Kleinarbeit mit Creme eingeschmiert. Stunde um Stunde wird er in den kommenden Monaten üben, damit bei der WM jeder Handgriff sitzt. „Man hat schon Bauchkribbeln“, sagt er. „Da ist viel Emotion dabei.“ Die ist auch nötig, denn der 23-Jährige steckt einiges an Geld in seine Mission. Fahrtkosten und Puppenköpfe etwa muss er selbst zahlen.
Dafür ist die „Hairworld“ die große Bühne der Branche. Bei der letzten WM 2012 in Mailand waren mehr als 1000 Teilnehmer dabei, wie der Art Director des Zentralverbandes des deutschen Friseurhandwerks, Franz-Josef Küveler, berichtet. So viele könnten es in Frankfurt auch werden. Holt man einen Titel, kann sich das lohnen. „Manche Kunden fahren bis zu 150 Kilometer, weil in einem Salon ein Weltmeister ist“, sagt Küveler. Der deutsche Kader unterteilt sich in Teams für Männer- und Frauenfrisuren, Senioren- und Juniorenteams und in Kategorien für klassische und für Mode-Frisuren. In diesem Jahr werden die Teams jeweils zwei Tage im Monat in Koblenz sein. Im Frühjahr 2014 wird das gemeinsame Training weiter intensiviert.

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