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So klappt die Wandertour mit Hund

Genug Proviant einpacken und langsam steigern: Dann können Hunde ohne Probleme eine Wandertour bewältigen.  FOTO: arius Becker
Genug Proviant einpacken und langsam steigern: Dann können Hunde ohne Probleme eine Wandertour bewältigen. FOTO: arius Becker

VonNadine Carstens

Wer gerne in die Berge
fährt, muss auf seinen Hund nicht verzichten. Mit dem richtigen Proviant und etwas Übung hält das Tier beim Ansturm auf den Gipfel mit.

Berlin.Wandern zählt zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Auch für Hunde kann eine Wandertour ein spannendes Erlebnis sein, das die Bindung zwischen Tier und Halter stärkt. Damit die Vierbeiner die kilometerlangen Strecken über Stock und Stein problemlos meistern, sollten ihre Besitzer sie richtig vorbereiten.
Wie weit die ersten Wanderungen verlaufen, hängt vom Alter des Hundes und seiner Rasse ab. „Junge Hunde, die sich noch im Wachstum befinden, sollten nicht zu sehr belastet werden – das wäre nicht gut für ihre Gelenke und Knochen“, erklärt Diane Hebeler von der Bundestierärztekammer in Berlin. Aktive Rassen wie Hüte- und Jagdhunde seien natürlich geeigneter für eine lange Wanderung als beispielsweise ein Mops oder ein Dackel, sagt Hebeler. „Aber ich denke, Hundebesitzer haben schon ein gewisses Gespür dafür, ob das eigene Tier für eine weite Tour geeignet ist – wirkt der Hund erschöpft oder widerwillig, sollte man eine Rast einlegen.“
Zur Vorbereitung auf eine längere Wandertour sollten Halter mit dem Hund mehrmals eine kürzere Strecke von drei bis vier Stunden laufen. „Wenn das Tier keine ausgiebigen Spaziergänge gewohnt ist, kann man es auf diese Art an drei bis vier Wochenenden auf eine längere Wanderung vorbereiten“, sagt die Tierärztin Sonja Schmitt vom Berufsverband für Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) in Waldems-Esch. Außerdem sei es wichtig, sich vorab zu erkundigen, ob die geplante Strecke für Hunde geeignet ist. Manche Abschnitte können zum Beispiel zu schmal sein oder Klettersteige enthalten. Weniger problematisch sind laut Hebeler steile Wanderwege. Halter müssen nur etwas mehr Zeit einkalkulieren: „Das ist genau wie bei uns Menschen: Bei flachen Strecken können Hunde mehr Kilometer zurücklegen als bei steilen.“ Zu viel werde es den Tieren aber nicht: „Da Hunde in der Regel besser mit Steigung klar kommen als wir Zweibeiner, dürfte die Gefahr einer Überforderung recht gering sein“, sagt Marius Tünte, Sprecher des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn.
Damit die Vierbeiner unterwegs richtig versorgt sind, sollten Hundebesitzer an Proviant denken. „Der Hund sollte sein übliches Futter erhalten – dabei eignet sich Trockenfutter wegen der geringeren Verderblichkeit besser als Nassfutter“, sagt Tünte. „Wichtig ist, dass der Hund nicht direkt vor Beginn der Wanderetappen gefüttert wird.“ Nach der Fütterung sollte lieber eine mindestens einstündige Pause eingelegt werden. „Insbesondere für größere Hunde besteht sonst die Gefahr einer Magendrehung“, warnt Tünte. Ohnehin brauchen Vierbeiner während der Wanderung nicht mehr Futter als üblich, sagt Schmitt. Vielmehr sollten Hundehalter darauf achten, dass ihr Schützling genügend Wasser trinkt. „Geeignet sind daher Wege, an denen die Vierbeiner viele Trinkmöglichkeiten wie Bachläufe finden.“ Da bei zu hohen Temperaturen die Gefahr eines Hitzeschlags besteht, rät die Tierärztin dazu, lieber im Frühjahr oder im Herbst zu wandern.
Neben einem Wassernapf gehört auch ein Erste-Hilfe-Set in jeden Rucksack. „Ein solches Set sollte Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, eine Pinzette und eine Zeckenzange beinhalten“, erklärt Hebeler. Denn es könne immer mal passieren, dass sich der Hund etwas aufreißt, in ein Steinchen tritt oder sich eine Zecke einfängt. Außerdem empfiehlt Tünte ein Handtuch mitzunehmen, falls das Tier nass wird.
Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Waldgesetze: „Nicht überall dürfen Hunde frei laufen – in manchen Gegenden herrscht strenger Leinenzwang“, warnt Sonja Schmitt. In diesem Fall rät sie zu einem gut passenden Geschirr. „Das ist komfortabler und sicherer für den Hund. Insbesondere, wenn er an einer Schlepp- oder Flexileine geführt wird.“

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