August 17, 2011
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Von Orlando nach Naples: It's Showtime im Sunshine-State

Im US-Bundesstaat Florida genießen nicht nur Micky Maus & Co. Kultstatus, sondern auch die Sonnenuntergänge an der Westküste

Miami Beach
Miami Beach, Ocean Rescue am South Beach
Foto: N. Eisele-Hein
(srt)  

Die Ölpest im Golf von Mexiko im vergangenen Jahr bremste die Lust auf Urlaub in Florida gehörig. Dabei war Florida nur an seinem äußersten Westzipfel von dem Umweltskandal betroffen. Jetzt herrscht aber wieder eitel Sonnenschein im Sunshine State. Eine Reise von Orlando zu Tampa Bay an der Westküste und weiter bis zu den Everglades.

Neuankömmlinge in Orlando können versichert sein: Langeweile wird garantiert nicht aufkommen. Die Stadt in Zentralflorida verzeichnet mit über 45 Millionen Besuchern pro Jahr mehr Gäste als New York. Das liegt einerseits an der unschlagbar günstigen Lage als Ausgangspunkt zu Touren durch Florida und andererseits an der Fülle von weltberühmten Vergnügungs- und Erlebnisparks. Disney World, die Universal Filmstudios, zwei riesige Tierparks, gigantische Wasserparks, das Kennedy Space Center - die Liste der Highlights in und um Orlando scheint endlos. Wie es sich für eine Boomtown gehört, sind auch die Shopping-Möglichkeiten eine Klasse für sich. Entlang des International Drive gibt es jede Menge Factory Outlets, in denen alle bekannten Top-Marken mit Schnäppchen locken.

Wer von Orlando auf der Autobahn Interstate 4 in Richtung Westen fährt, erreicht nach knapp zwei Stunden Fahrzeit die Golfküste an der Tampa Bay. In dieser Region rund um die Städte Tampa, St. Petersburg und Clearwater wird die Illusion vom perfekten Erholungsurlaub Wirklichkeit. Dazu tragen die blendend weißen, breiten Sandstrände bei, die von den sanften Wellen des Golfs von Mexiko umspült werden. Pelikane ziehen fotogen ihre Kreise und treten gerne ins zweite Glied, wenn allabendlich die große Show namens Sonnenuntergang über die Bühne geht. Die Stadt Tampa hat trotz rasanten Wachstums ihr Take-it-easy-Flair bewahren können. Zum heiter-lässigen Gesamteindruck tragen die Einwohner bei: Viele Studenten zieht es an die Westküste, die Universität mit ihren 13 Minarett-Türmen verfremdet die Skyline der Stadt reizvoll.

Im Stadtviertel Ybor City fühlt man sich urplötzlich nach Kuba versetzt: Einst gab es hier eine Zigarrenfabrik mit bis zu 40000 Arbeitern, die von der Castro-Insel nach Florida gekommen waren. Das Viertel wurde pittoresk belebt, mit Laternen, Häuserfassaden mit Balkonen und schmiedeeisernen Gittern. In den lauschigen Straßencafés wird caffé con leche serviert und unter schattigen Bäumen spielen Männer Domino. Abends ist ein Besuch im berühmten "Columbia"-Restaurant aus dem Jahr 1905 zu empfehlen mit viel spanischem Kolonialflair und Flamenco.
Der augenfälligste Hingucker in St. Petersburg - kurz: St. Pete - ist der pinkfarbene Hotelriese "Don Cesar Hotel". Das Hotel hat in den 1920er-Jahren große Zeiten erlebt und knüpft jetzt nach mehreren aufwändigen Renovierungen an seine Tradition als Grand Hotel an. Der Hotelstrand ist fein wie Mehl und schimmernd wie Perlmutt.

Auf der Fahrt entlang der Golfküste nach Süden passiert man exklusive Wohnorte für betuchte Pensionäre. Entsprechend gemächlich ist das Tempo in Städten wie Sarasota, Bradenton, Venice oder Naples. Adrette Wohnanlagen, prunkvolle Villen, exklusive Urlaubsresorts und traumhaft schöne Golfplätze sind ihre gemeinsamen Markenzeichen. Schließlich erreicht man Fort Myers, die "City of Palms". Vorgelagert sind die beiden zusammenhängenden Inseln Sanibal und Captiva, zu erreichen über eine fünf Kilometer lange gebührenpflichtige Brücke. Die Inseln sind eine Hochburg für Muschelsammler. 400 Arten, darunter wahre Kunstwerke, sind dort zu finden. Wenn die Flut zurückweicht, rücken die Muschelsucher mit ihren Eimern scharenweise aus. Genannt werden sie "Shunter" (Verkürzung von Shell Hunter). Zu den schönsten Stränden zählen der unverbaute Bowman's Beach und der Captiva Beach. Die goldschimmernden Sandstrände waren übrigens zu keinem Zeitpunkt von der Ölpest im Golf von Mexiko betroffen.

Auf dem Weg von Naples nach Osten in Richtung Miami taucht man ein in eines der größten Naturreservate Floridas, in die Welt der Everglades. Sie sind das größte subtropische Feuchtgebiet Nordamerikas mit 600 Fisch- und 350 Vogelarten. Vom 100 Kilometer nördlich gelegenen Lake Okeechobee fließen sehr langsam bis zu 80 Kilometer breite, aber nur wenige Zentimeter tiefe Wassermassen nach Süden, durchqueren die Everglades und münden in die Florida Bay. "Fluss aus Gras" heißen sie daher in der Sprache der Indianer. Ein großer Teil ist Schutzgebiet, damit der Bestand von Tieren wie Flamingos, Florida-Panther und Florida-Krokodil gesichert bleibt. Am besten lässt sich das Mangroven-Dickicht auf Kanutouren erkunden. Oder man dringt von Everglades City auf einer eineinhalbstündigen Bootstour in die Welt der mangrovengesäumten "Tenthousand Islands" im Everglades Nationalparks ein. Zum Glück blieb auch diese einmalige Landschaft vom Öl verschont.

von Brigitte von Imhof

Weitere Informationen:
Visit Florida, Tel. 06073/88157, www.visitflorida.com/deutsch.
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