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Ackerbauer Pinkpank schafft Basis für BSG „Traktor“

Ernst Urban, seit Jahrzehnten Boxtrainer in Schwedt, prägte die Erfolge des heutigen UBV 48 wesentlich mit.  FOTO: C. Voigt
Ernst Urban, seit Jahrzehnten Boxtrainer in Schwedt, prägte die Erfolge des heutigen UBV 48 wesentlich mit. FOTO: C. Voigt

VonHorst Tischbierek

Der UBV 48 Schwedt schaut auf 65 Jahre voller Erfolge zurück. Der Geschichte Teil I.

Schwedt.Seit 1948 steht der Uckermärkische Boxverein (UBV) Schwedt in der Gunst der Oderstädter. Unter verschiedenen Namen, verschiedenen politischen Vorzeichen und vielen ehrenamtlich engagierten Boxsportfreunden entwickelte er sich zu einem Leistungszentrum, zu einem mordernen Verein.
Was 1947 den Bauern Otto Pinkpank bewog, im zerstörten und abgelegenen Schwedt junge Männer für das Boxen zu werben, ist nicht überliefert. Aber die Idee war zündend. Sporadische Anfänge soll es schon vor dem zweiten Weltkrieg gegeben haben, was man aber nur aus Erzählungen, nicht durch gesicherte Belege weiß. Aushängeschild der neuen Boxgemeinschaft war der Schwergewichtler Hans Rohde. Die Boxer mussten damals aber nicht nur gegen sportliche Gegner kämpfen. Auch für die Sicherung des materiellen Umfeldes war so manches „Gefecht“ notwendig. So war das Dach in der ehemaligen Knabenschule undicht. Fensterscheiben gab es nicht, Geheizt wurde natürlich auch nicht. Der Ring war 4 x 5 Meter groß, der Gong bestand aus einer alten Kartusche, einer geborgten Membrane und etwas Draht. Und eine Taschenlampe, so die Zeitzeugen, ermöglichte die Ringansagen.
Aber all diesen Hemmnissen zum Trotz blieb die Truppe zusammen. 1948 kam es dann zur Gründung des Vereins, dessen Männer der ersten Stunde Kurt Laser und Günter Jähnke waren. Wie damals üblich hatte man keinen Sponsor sondern einen Trägerbetrieb. Der mit seinen Möglichkeiten half und förderte. In Anlehnung an diese Verbindung änderte sich dann auch mehrfach der Name der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Traktor, Empor, Erdöl und BSG Chemie PCK Schwedt.
Anfänglich wurde mit Jugendlichen und Erwachsenen trainiert, denn das Einstiegsalter betrug 14 Jahre. Dennoch ging es sportlich schnell voran. Die Schwedter traten in vielen kleinen Veranstaltungen auf, um den Bekanntheitsgrad des Vereins zu vergrößern. Ob schon damals in einer Klasse oder Liga gekämpft wurde, ist nicht belegt worden. 1958 verbesserten sich die Trainings- und Wettkampfbedingungen. Die ersten DDR-Meisterschaftsmedaillen erkämpften schon 1962 die Boxer Kamer (Silber) und Hoffmann (Bronze). 1965 gewann Karl Heinz Wendlandt Gold bei den DDR-Jugendmeisterschaften. Diesen Männern folgte eine lange Reihe von Schwedter Boxern auf dem Treppchen.
Egon Leske übernahm 1965 als hauptamtlicher Trainer das Geschehen am und im Ring. Mit den 70-er und 80-er Jahren erlebten die Schwedter Boxer ihre erfolgreichsten Jahre während der DDR-Zeit. Dafür stehen Namen wie Olaf Mundt als Sieger der ersten Spartakiade, Jürgen Weidner als DDR-Meister, Herbert Häußler und Dietmar Kurzawa. Die erste Staffel der BSG Erdöl gewann die Mannschaftsmeisterschaft der 1. Liga, die zweite wurde Zweiter der 2. Liga. Der Pokal der Chemiearbeiter gewann an Attraktivität. Diese Jahre prägten Boxer wie Christian Rostek, Uwe Bierbaum, Klaus Dieter Schmied, Heiko Stange, Thomas Hensel und viele andere. Ohne die fleißigen Trainer „Manni“ Wilken, Egon Leske, Eckard v. d. Brandt und Ernst Urban sowie viele Übungsleiter wäre diese erfolgreiche Periode Schwedter Boxens nicht möglich gewesen.

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