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Arbeitslose laufen Schubkarrenslalom

VonLeonie Mielke

Das Leben mit Hartz IV ist oft eintönig. Der Sport- und Gesundheitstag kämpft mit neuen Ideen gegen die Langeweile.

Prenzlau.Unsicher setzt Norbert Straßburg ein Bein vor das andere. Sein Oberkörper schwankt. Das Gehen fällt ihm schwer. Kein Wunder, steht er doch unter dem Einfluss von 1,5 Promille!
Aber diese hohe Promillezahl befindet sich nicht in seinem Blut, sondern vor seinen Augen. Er trägt eine Rauschbrille – eine spezielle Brille, die ihm die Wahrnehmungsweise eines Menschen zeigt, der ein paar Bier und Schnaps zu viel intus hat.
Norbert Straßburg ist einer der Teilnehmer beim Sport- und Gesundheitstag in der Carl-Friedrich-Grabow- Schule in Prenzlau. An diesem Tag messen sich Langzeitarbeitslose in verschiedenen Disziplinen, wie zum Beispiel Gummistiefel-Weitwurf, Schubkarrenslalom, Wettlauf im Nordic Walking oder Äpfel schälen, erzählt Michael Steffen, Leiter des Jobcenters Uckermark. „Wir wollen die Arbeitslosen mal wieder unter Menschen locken. Sie sollen Spaß haben und neue Kontakte knüpfen.“ Ergänzend zu den Wettbewerben gab es noch Aktivitäten zur Gesundheitsförderung, wie zum Beispiel ein Hörtest, Blutdruckmessungen und die Rauschbrille. Norbert Straßburg aus Angermünde ist von seiner neuen Erfahrung total begeistert: „Es macht total viel Spaß, die Welt nüchtern mit den Augen eines Betrunkenen zu sehen.“ Aber, so räumt er ein, die Vorstellung, dass sich jemand in diesem Zustand hinters Steuer setze, sei absolut grauenvoll.

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l.mielke@nordkurier.de

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