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Asiatischer Kampfsport macht die Psyche stärker

Wing Tsun ist pure Selbstverteidigung, das Abwehren Stärkerer das erklärte Ziel. [KT_CREDIT] FOTO: Sören Musyal
Wing Tsun ist pure Selbstverteidigung, das Abwehren Stärkerer das erklärte Ziel. [KT_CREDIT] FOTO: Sören Musyal

VonSören Musyal

Wing Tsun ist Selbstverteidigung. Doch zunächst muss man seine Angst besiegen, um sich auch wehren zu können.

Waren.„Wir machen keine Killermaschinen“, versichert Wing-Tsun-Trainer Ronny Beutel. Bei dieser Sportart gehe es um pure Selbstverteidigung. Sich auf der Straße wehren zu können, sei eines der ausgewiesenen Ziele. Da klingt es einleuchtend, dass es bei dieser Kampfsportart eigentlich „auf gar nix ankommt“. Man müsse weder besonders gelenkig noch besonders sportlich sein, versichert Beutel und verweist mit einem Lächeln auf sich selbst.
Stattdessen setze man auf „Psychotricks“, wie der Trainer die Methoden nennt. „Von Kind auf an hören wir, Schlagen sei etwas Schlechtes“, führt er aus. Das werde jedoch dann zum Problem, wenn man sich verteidigen müsse, wenn die Angst lähmt und die Gegenwehr erschwert. „Im Grund genommen wollen wir den Leuten die Angst nehmen, damit sie im Notfall handeln können.“ Wing Tsun sieht sich nah am Alltag. Wettkämpfe seien eher die Ausnahme, denn dort müsse man sich Regeln beugen, die es auf der Straße eben nicht gebe. Eher gehe es darum, sich auch gegen Stärkere verteidigen zu können. Der Legende nach wurde Wing Tsun vor Hunderten Jahren im alten China entwickelt. Und auch heute noch ist der Kampfsport eng mit Buddhismus und Taoismus verknüpft: „Wir sitzen hier zwar nicht und beten, aber sich mit den Philosophien auszukennen, ist nicht von Nachteil“, erklärt Beutel. Denn wie gesagt, es sei vor allem die Psyche, die gestärkt werden müsse. In Waren versucht man dies mit vier Ausbildern zu leisten. Einer von ihnen ist Beutel, der schon seit 1994 dabei ist. „Seitdem waren wir eigentlich immer auf einem Level von 20 Teilnehmern“. Nichts zu spüren also vom oft besungenen Mitgliederschwund. Der Trainer bittet zu drei Trainingseinheiten pro Woche.

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