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Auch Dahms wechselt zu TSV Friedland

Von unserem Redaktionsmitglied
Roland Gutsch

Der Trainer verlässt Spitzenreiter 1. FC Neubrandenburg 04 II und heuert beim Tabellenvorletzten der Fußball-Landesliga Ost an. Der Vorstand des Viertorestädter Clubs akzeptiert die Kündigung und will in den kommenden Tagen die Nachfolge von Heinz Dahms klären.

Friedland/Neubrandenburg.Nun ist es amtlich: Trainer Heinz Dahms wechselt innerhalb der Fußball-Landesliga Ost – von Spitzenreiter 1. FC Neubrandenburg 04 II zum Tabellenvorletzten TSV Friedland 1814. Damit hat der Ex-Verbandsligist aus der Kleinstadt binnen weniger Tage einen zweiten Coup gelandet, denn Mitte der Woche wurde publik, dass Denis Schmidt, 104-facher Verbandsliga-Torschütze für den FCN, beim TSV anheuert (der Nordkurier berichtete). Die fällige Ablöse von 1500 Euro ist bereits entrichtet.
Gestern Nachmittag saßen Heinz Dahms und die Friedländer Vereinsverantwortlichen zusammen, um die Sache rund zu machen. Der 55 Jahre alte Ex-Torhüter löst somit als Chefcoach Karsten Quaschning ab, der das Amt nach dem Verbandsliga-Abstieg quasi als „Helfer in der Not“ und – auch wegen der beruflichen Belastung – nur auf Zeit übernommen hatte. „Dafür gilt Karsten unser Dank. Er hat sich bereit erklärt, das Team trainingsmäßig weiter zu unterstützen“, sagte TSV-Geschäftsführer Bernd Pucknat. Zu Dahms habe man schon im vergangenen Sommer Kontakt gesucht. „Er sagte aber auch später immer wieder, dass sein Herz am FCN hängt.“ Als die TSVler im Spätherbst von Dahms‘ Unzufriedenheit beim Club hörten, nahmen sie die Gespräche neu auf. Diesmal mit Erfolg. Bernd Pucknat: „Wir haben uns sehr um ihn bemüht. Heinz ist eine Fußball-Größe in der Region, eine Legende. Wir hoffen, dass der Name eine Sogwirkung hat und wir noch den einen oder anderen Spieler als Verstärkung zu uns holen können.“
Trainer-Angebote hatte Dahms in den vergangenen Wochen einige. Auch Verbandsligist VFC Anklam klopfte bei ihm an, nachdem Rainer Gütschow das Amt als Coach dort abgegeben hatte. Doch Friedland reizte: „Die wollten mich unbedingt. Und als ich mich mit der Geschichte intensiver beschäftigte, fing ich Feuer“, sagte Dahms, der nur wenige Kilometer entfernt, in Werder, wohnt. „Die erste Mannschaft eines Vereins zu führen ist doch interessanter als die zweite. Und in Friedland will man im Hinblick auf das große Jubiläum als ältester Sportverein Deutschland 2014 in puncto Fußball etwas aufbauen. Da ist Bewegung drin, das gefällt mir.“ Die Mannschaft von der miesen Tabellenposition höher zu hieven, sei eines der kurzfristigen Ziele.
Heinz Dahms hatte vor einigen Wochen zum 31. Dezember beim 1. FC Neubrandenburg 04 gekündigt.„Aufwand und Nutzen stehen in der letzten Zeit in keinem Verhältnis mehr“, sagte der Coach, der auf Basis eines Honorarvertrags die FCN-Zweite trainierte, seinerzeit gegenüber unserer Zeitung.Dass es Außenstände in Sachen Aufwandsentschädigung auch bei einigen Nachwuchstrainern gab, bestätigte der Club. Die werden in diesen Tagen ausgeglichen. „Dabei handelt es sich ins-
gesamt um 9000 Euro“, sagte gestern FCN-Präsident Klaus-Detlef Schnoor. „Das Geld für die Jugendförderung ist nun von der Stadt unserem Verein angewiesen worden.“ Auch Sponsorenbeiträge, die noch fällig sind, kämen zum Jahresende herein. Somit würden die betroffenen Übungsleiter, darunter Dahms, nun ihr Geld erhalten. Schnoor wies darauf hin, es sei nichts Seltenes, dass es in der zweiten Jahreshälfte in dieser Hinsicht „etwas mehr Geduld bedarf“.
Mit Heinz Dahms hatte der Präsident Anfang dieser Woche noch einmal Standpunkte ausgetauscht. Auf der vorgestrigen Abendsitzung beschloss dann der Vereinsvorstand, die Kündigung von Dahms zu akzeptieren und also die Zusammenarbeit zu beenden. „Nicht einstimmig, aber einvernehmlich“, so Schnoor.
Wer die Nachfolge als Trainer bei der 2. Mannschaft antritt, soll in den kommenden Tagen geklärt werden. „Das wird zu 90 Prozent eine vereinsinterne Lösung sein“, teilte der FCN-Chef mit. „Die erfolgreiche Entwicklung soll fortgesetzt werden.“ Im letzten Hinrunden-Spiel hatte die Oberliga-Reserve mit einem 4:1 im Derby gegen Schlusslicht Nordbräu 78 Neubrandenburg die Landesliga-Herbstmeisterschaft perfekt gemacht.

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