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Das hat nichts mehr mit Fußball zu tun!

VonFred Lucius

Nach der Massenschlägerei mit einem Verletzten
beim Kreisklasse-Spiel zwischen Nadrensee
und Penkun gibt es
wütende Reaktionen.
Wie konnte das passieren?

Pasewalk.Hartmut Schäfer ist noch immer schockiert. Zwar hat der Staffelleiter der Fußball-Kreisklasse Süd das Spiel zwischen Nadrensee und Penkun II nicht selbst gesehen. Doch die bisherigen Informationen zu der Schlägerei am Spielende mit bis zu 30 Personen und zu dem verletzten Penkuner Spieler machen Schäfer wütend. „Das ist eine Riesen-Sauerei. In dieser Größenordnung hatten wir das noch nicht. Das kannten wir nur aus anderen Regionen. Ich gehe davon aus, dass das Sportgericht mit der notwendigen Härte reagiert“, hofft der Staffelleiter. Das Sportgericht prüfe unter anderem, ob Ordner eingesetzt waren. Die beiden Vereine seien aufgefordert, Stellungnahmen abzugeben. Schiedsrichter Wilfried Kaun aus Löcknitz werde einen Sonderbericht anfertigen. Hinsichtlich des verletzten Penkuner Spielers seien die Möglichkeiten des Kreisfußballverbandes begrenzt, weil ein Zuschauer dem 24-Jährigen die Verletzung zugefügt haben soll. Der Spieler, der operiert wurde, müsse seine Ansprüche zivilrechtlich geltend machen und Anzeige erstatten. Nach Angaben von Anke Wagner, Vorsitzende des SV Penkun, gab es mit Verantwortlichen des SV Nadrensee eine Auswertung der Vorkommnisse. Eine offizielle Entschuldigung des SV Nadrensee gebe es aber nicht. „Einen Kieferbruch beim Fußball will keiner haben. Davon distanzieren wir uns“, meint Sigmund Meyer, Vorsitzender des SV Grün-Weiß Nadrensee. Gleichwohl ärgert den Vereinschef die Vorverurteilung seiner Mannschaft, bei der fast ausschließlich polnische Kicker spielen. „Nadrensee wird wieder Schuld sein. Dabei waren auch Zuschauer aus Penkun bei der Schlägerei dabei“, sagt Meyer. Grundsätzlich sei er gegen Rassismus, mit diesem müsse seine Mannschaft aber ständig leben.
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f.lucius@nordkurier.de

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