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Dieser Anklamer feiert morgen im Wembley-Stadion

Der Anklamer Matthias Parr hat zusammen mit einem Freund aus Ducherow Karten für das Champions League-Finale bekommen. [KT_CREDIT] FOTO: Anja Rau
Der Anklamer Matthias Parr hat zusammen mit einem Freund aus Ducherow Karten für das Champions League-Finale bekommen. [KT_CREDIT] FOTO: Anja Rau

VonAnja Rau

Wir sind in Wembley!
Zwei Freunde aus Anklam und Ducherow feiern mit Tausenden anderen Fans das erste deutsche Finale der Champions League –
live im Stadion.

Anklam.Matthias Parr und Jens Gottschalk können ihr Glück noch gar nicht richtig fassen: Als eingefleischte Dortmund-Fans haben sie Karten für das Champions League-Finale in Wembley ergattert. Und so werden die Freunde morgen Abend in London im Stadion sitzen und ihrem BVB kräftig die Daumen drücken.
„Ich bin überglücklich“, sagt Matthias Parr strahlend. Der 33-Jährige ist seit über 20 Jahren Dortmund-Fan, sein Schal aus dem Jahr 1993 beweist das. Schon im letzten Jahr konnte er den 5:2-Kantersieg von Dortmund gegen die Bayern im DFB-Pokal-Finale vor Ort sehen. Doch das ist jetzt noch eine Nummer größer.
Er ist Sebastian Kehl-Fan, sein Reisekumpan mag Mats Hummels. Und so heißt Gottschalks Sohn, der im Dezember das Licht der Welt erblickte, nun eben Mats. „Ist ja klar, dass er von mir eine Ausstattung zur Geburt bekommen hat“, sagt Parr grinsend. Aber auch der Fußballer vom VFC Anklam hat eine ganze Reihe an Fan-Utensilien zuhause. „Ich schlafe auf zwei Kissen, habe mehrere T-Shirts“, erklärt er die Leidenschaft zu seinem Verein.
Deswegen hoffen Gottschalk und Parr nun, dass Dortmund das Spiel auch gewinnen wird. Der Anklamer tippt auf ein enges 2:1 für Dortmund. „Auch wenn die Bayern eine überragende Saison gespielt haben. Es kommt nur auf dieses eine Spiel an. Wir können es schaffen“, sagen sie. Dabei sei das Finale schon grandios. Das zu erreichen, hatten sie gar nicht zu träumen gewagt. Nicht viele hatten Parrs Worten Gehör geschenkt, als er nach der Auslosung der Gruppenphase lapidar sagte: „Kein Ding, wir werden Gruppenerster.“
Seit gestern sind die beiden schon in London, wollen bis Montag die Stadt erkunden. Vielleicht haben sie auch schon eine Bar zum Feiern des möglichen Sieges gefunden. „Es gibt ja eine Sperrstunde. Aber als Anklamer ist man ja gut im Feiern.“ Für ihr Traumspiel haben sie jeweils 168 Euro pro Karte gezahlt, natürlich kamen Flug und Hotel aber noch dazu. „Aber das sind alles keine vollkommen überteuerten Preise, da haben wir bei der Europameisterschaft 2012 anderes erlebt.“
Dass ausgerechnet die beiden aus dem Lostopf um die Karten gezogen worden sind, ist für sie ein kleines Wunder. Schließlich hat sich der ganze Freundeskreis beworben. Keiner weiter hatte Glück. So treffen die beiden Glücklichen zwar Freunde aus Dortmund in London, aber die müssen sich das Spiel vor dem Fernseher anschauen. „Alle gönnen uns die Reise total. Sie sind zwar neidisch, aber mein Chef hat mir sogar extra den Montag frei gegeben“, sagt Parr.

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a.rau@nordkurier.de

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