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Frauenpower gegen Krebs wird zum Massenphänomen

Vorn sind Mitarbeiterinnen der Kita „Lütt Matten“ vom Internationalen Bund (IB) bei der Erwärmung zu sehen. 22 Erzieherinnen der Kita haben sich am Frauenlauf beteiligt. Für sie steht die Solidarität mit den erkrankten Frauen im Vordergrund. [KT_CREDIT] FOTOs: A. Segeth
Vorn sind Mitarbeiterinnen der Kita „Lütt Matten“ vom Internationalen Bund (IB) bei der Erwärmung zu sehen. 22 Erzieherinnen der Kita haben sich am Frauenlauf beteiligt. Für sie steht die Solidarität mit den erkrankten Frauen im Vordergrund. [KT_CREDIT] FOTOs: A. Segeth

VonAndreas Segeth

Mit guter Laune und Bewegung gegen eine furchtbare Krankheit. Immer mehr Neubrandenburger- innen finden die Idee gut und machen mit. Am Sonntag waren 700 Frauen und Mädchen auf den Beinen.

Neubrandenburg.Der eigene Erfolg kann manchmal auch Sorgenfalten und eine gewisse Sprachlosigkeit erzeugen. Und Andrea Anna vom Kreissportbund, die gemeinsam mit Regine Stieger und Angelika Schlender-Kamp am Sonntag den vierten Neubrandenburger Frauenlauf organisiert hatte, machte sich gestern früh große Sorgen. Denn der Strom der Frauen, die sich noch anmeldeten, wollte einfach nicht nachlassen.
532 Voranmeldungen gab es, auf 600 Teilnehmerinnen hatte man sich schon optimistisch eingestellt, am Ende liefen gestern aber 700 Frauen und Mädchen mit. Damit hatte niemand gerechnet. Die Organisatorinnen hatten zu wenige Urkunden, zu wenige Medaillen und zu wenige Startnummern. Bei letzterem behalf man sich mit Provisorien, der Rest war dann auch nicht schlimm.
„Super, super, super!“, freute sich Andrea Anna am Ende nur noch über den gelungenen Vormittag. Für die Neubrandenburger Sportlegende Astrid Kumbernuss, die gestern zum ersten Mal mitlief, ist klar, warum immer mehr Frauen und Mädchen hier mitmachen. Weil keine Zeit gemessen werde, verspüre niemand einen Druck. Man treffe zwanglos und bei guter Stimmung auf Freundinnen und Bekannte. Und vor allem gehe es um den guten Zweck. Denn die Startgebühren gehen nach Abzug gewisser Kosten an die Brustkrebsabteilung des Bonhoeffer-Klinikums. 4000 Euro konnte Andrea Anna gestern schon übergeben, eine „Restsumme“ werde noch folgen. Im vorigen Jahr sind für das Geld spezielle Therapiestühle angeschafft worden, um den erkrankten Frauen die langwierige Chemotherapie zu erleichtern.
Auch acht Schwesternschülerinnen vom Klinikum sind gestern gemeinsam mit ihren Lehrerinnen mitgelaufen. Sie boten dazu aber noch einen extra Service an. Mit Hilfe eines Modells erklärten sie Kindern, wie Laufen auf das Skelett wirkt. Fußgymnastik, Dehnungsübungen und Haltungsschule ergänzten das Angebot. Die Azubis gehen auch in Schulen und Kitas, um ihre Kenntnisse weiterzugeben, berichtete Lehrerin Silke Wenzel.
Immer mehr Arbeitskollektive melden sich komplett oder fast komplett an, hat Andrea Anna festgestellt. In diesem Jahr beispielsweise von der Sparkasse oder auch von der IB-Kita „Lütt Matten“. „Wir haben selbst Kolleginnen, die an Krebs erkrankt waren – eine schlimme Vorgeschichte“, erzählt die Erzieherin Bianca Hein. Nun laufen und walken 22 von 34 Kolleginnen als seelische Unterstützung für die Betroffenen. Nicht alle sind sonst aktive Sportlerinnen. „Aber hierfür haben wir trainiert“, sagt Silvia Weber und lacht.

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a.segeth@nordkurier.de

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