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Greif will Jena ein Bein stellen

VonAndy Bünning

Trotz des sicheren Abstiegs will der Torgelower SV Greif in der Regionalliga weiter für positive Ergebnisse sorgen. Morgen kommt ein Ost-Traditionsverein.

TORGELOW.Wieder gibt ein ostdeutscher Traditionsverein seine Visitenkarte in Torgelow ab. Kürzlich war es der 1. FC Magdeburg, morgen (Anstoß 13.30 Uhr) kommt der FC Carl Zeiss Jena. Auch die Thüringer standen schon einmal in einem Europapokalfinale. 1981 war es gegen Dinamo Tiblisi. In der Gegenwart ist der FC Carl Zeiss Jena bis in die Regionalliga abgetaucht.
Sicher ist auch, dass der Torgelower SV Greif, wenn man auf die nächste Spielzeit schaut, abtauchen wird. Auch wenn der Mannschaft von Trainer Franz-Aaron Ullrich am Mittwoch ein 0:0-Unentschieden beim VfB Auerbach glückte. Den letzten Tabellenplatz (9 Punkte) werden die Greifen wohl nicht mehr verlassen. Der Abstand auf den FC Energie Cottbus II ist mit zehn Punkten zu groß geworden. Der Abstieg ist damit sicher. Ob es in der nächsten Saison aber „nur“ eine Stufe tiefer in der Oberliga weitergeht oder doch gar in der 6. Liga, sprich Verbandsliga, hängt auch vom finanziellen Gerüst ab. Beim SV Greif wurde kürzlich auf Grund einer 200000 Euro-Etatlücke die Plan-Insolvenz eröffnet. Dabei wird im Verein angestrebt, in der neuen Saison in der Oberliga Nordost zu spielen. Nicht wenige im Umfeld der Torgelower können sich aber auch die Verbandsliga als Neubeginn vorstellen. Denn dort hätte der Nachwuchs bessere Chancen, im Männerbereich Fuß zu fassen.
Mit diesen Gedankenspielen will sich Franz-Aaron Ullrich aber vorerst nicht befassen. Der 27-Jährige und seine Mannschaft sind voll auf das Spiel gegen den FC Carl Zeiss Jena fokussiert. „Ich denke, da muss ich die Jungs nicht noch groß motivieren“, sagt der Greif-Trainer. Selbstvertrauen haben sich die Vorpommern schon mal in Auerbach geholt. „Da hatten wir drei, vier richtig gute Torchancen. Daher war der Punktgewinn definitiv verdient“, erklärt Ullrich und fügt hinzu: „Die Jungs haben den Kampf angenommen.“
Natürlich ist der FC Carl Zeiss Jena, der am Mittwoch mit 1:2 beim Berliner AK verlor, morgen Nachmittag in der Gießerei-Arena ein ganz anderes Kaliber. „Wir wollen aber zeigen, dass wir auch Jena ein Bein stellen können“, freut sich Franz-Aaron Ullrich auf viele Zuschauer und auf den namhaften Gegner. Das Hinspiel endete in Jena mit einer unglücklichen
1:2-Niederlage für Greif. Personell sind bei den Greifen alle Kicker an Bord.
In der kommenden Woche kommt es dann knüppeldick für die Torgelower. Am Dienstag gastiert Germania Halberstadt (Anstoß 17 Uhr) in der Ueckerstadt. Nur zwei Tage später kommt der ZFC Meuselwitz (18.30 Uhr) nach Torgelow. Am Sonntag darauf geht es zum Berliner AK – also vier Spiele in acht Tagen. „Das ist Wahnsinn, das kräftemäßig über die Runden zu bekommen. Aber wir wollen das Beste auch daraus machen“, sagt Ullrich. Eine kleine Erfolgsserie soll morgen gegen den dreimaligen DDR-Meister gestartet werden.
So spielte Greif in Auerbach:
Greulich – Stoeter, Keyser, Mista, Jager – Rode, Novacic – Hegert, Freyer (68. Kazak) – Gajewski, N’Diaye

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