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Guten Tag, Herr Krause! Malchow-Urgestein wird 60

MSV-Urgestein Heinz Krause (rechts hier mit dem Malchower Oberligatrainer Sven Lange) feiert heute seinen 60. Geburtstag. Der Jubilar hat viel erlebt in den vergangenen Jahren.  FOTO: Eckard Berndt
MSV-Urgestein Heinz Krause (rechts hier mit dem Malchower Oberligatrainer Sven Lange) feiert heute seinen 60. Geburtstag. Der Jubilar hat viel erlebt in den vergangenen Jahren. FOTO: Eckard Berndt

VonEckard Berndt

Bei den Fußballern des Malchower SV geht fast nichts ohne Heinz Krause. Das Urgestein aus der Inselstadt feiert heute einen runden Geburtstag.

Malchow.„Der Malchower Sportverein, guten Tag. Sie sprechen mit Herrn Krause. Was kann ich für Sie tun?“ Wie oft Malchows Fußballikone Heinz Krause diese Sätze am Telefon in den vergangenen zwei Jahrzehnten ausgesprochen hat, ist wohl nicht mehr herauszufinden.
Auch heute wird das Telefon auf Hochtouren läuten. In seinem zweiten Wohnzimmer auf der Malchower Sportanlage feiert „Heinzi“ Krause mit Gästen, Freunden und vielen ehemaligen Weggefährten seinen 60. Geburtstag. Für den heutigen technischen Leiter und Leiter der Geschäftsstelle beim MSV 90 begann alles 1963 bei der BSG Fortschritt Malchow. Schuld an seinem Leben mit dem Fußball hatten die in der Inselstadt heute noch unvergessenen Paul Schröder und Erich Krüger, Trainer der damaligen 1. Männermannschaft. Zu großen Fußballerehren kam Kraue aber nie, es blieb beim Straßenfußballer.
Seine Liebe und Leidenschaft konzentrierten sich auf das ganze Drumherum, ohne das der Fußball nicht funktionieren kann. Im Mai 1971 musste Krause wegen seines Dienstes bei der Bereitschaftspolizei in Neustrelitz (bis April 74) den Malchowern gezwungener Maßen den Rücken kehren. Bei der ansässigen SG Dynamo fand er im Nachwuchsbereich ein neues Betätigungsfeld. Mit Jochen Ernst, Vater vom DDR-Auswahlspieler Rainer Ernst, bereitete er unter anderem die Neustrelitzer Talente auf das Freie-Erde-Knabenturnier, den Vorgänger des Nordkurier-Knabenturniers, vor, wo auch die BFC-Talente spielten. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Kontakte zum einstigen DDR-Serienmeister. Für Heinz Krause, der neben seinem damaligen Job als Zivilangestellter auch im Nachwuchsbereich des BFC als Trainer tätig war, brach eine Zeit an, die er nie vergessen wird.

Heinz Krause betreut
belgischen Schiri
Besonders eine Episode bleibt ihm in Erinnerung. Während das Spiels im Europacup der Landesmeister zwischen Dynamo und Werder Bremen (3:0) am 6. September 1988, betreute Heinz Krause im Stadionoval den belgischen Referee Marcel Van Langenhove. Nach Jahren trafen sich beide zufällig im Berliner Hotel „Berolina“ wieder. „Bauklötzer“ staunten Krauses mitanwesenden Sportfreunde, als der Belgier plötzlich sagte: „Guten Tag, Herr Krause. Wie geht’s?“
Auch die beiden Titel im Pokal und Meisterschaft 1987 mit den A-Junioren des BFC lassen bei ihm die Brust anschwellen. Über den Umweg SG Dynamo Fürstenwalde (Juli 87 bis November 90) holten ihn am 23. Februar 1991 Karl Stolle, zu der Zeit Trainer des MSV, Helmut Sagunski und Horst Ziemsvor allem aus persönlichen Gründenan die alte Wirkungsstätte zurück. „In drei Autos wurde mein Hab und Gut von den Spielern der Männermannschaft eingeladen. Bevor es aber Richtung Heimat ging, wurde noch auf ein Bier in der legendären Kneipe „Hanne am Zoo“ reingeschaut, wo der ehemalige Hertha-Boss Wolfgang Holst als Kneipenchef persönlich das Bier zapfte“, schwärmt der Jubilar.
Über Jahre hinweg ist Heinz Krause derjenige, der beim MSV auch für die kleinsten Details ein Auge und ein offenes Ohr hat. „Ich freue mich immer wieder über Anerkennung. Durch meine
Lockerheit, so denke ich, habe ich viele Freunde gewonnen.“

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