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Halb Europa fliegt auf Anklam

Schon vor dem offiziellen Start des internationalen Spatzentreffens in Anklam sind bereits 24 Segelflieger am Start. Bis Sonntag bevölkern die „Spatzen“ den Himmel über der Hansestadt.
Schon vor dem offiziellen Start des internationalen Spatzentreffens in Anklam sind bereits 24 Segelflieger am Start. Bis Sonntag bevölkern die „Spatzen“ den Himmel über der Hansestadt.

VonVeronika Müller

„Spatzen“ bevölkern den Himmel über Anklam“:
Seit gestern sind Segel- flieger aus halb Europa in der Hansestadt zu Gast.
Bis zum Sonnabend können die leichten Oldies nicht nur besichtigt, sondern auch getestet werden.

Anklam.Es ist Flugwetter. Die kleinen „Spatzen“ geben sich regelrecht die Klinke in die Hand. Das Starterteam auf dem Anklamer Segelflugplatz arbeitet konzentriert – schließlich muss jeder Flieger sicher in die Luft und anschließend auf die Erde gebracht werden. Reginald Kasubeck hat den Anklamern dieses internationale Treffen „eingebrockt“. Vor einem Jahr gewann er den mit diesen Treffen verbundenen Wettkampf. „Und der Sieger darf dann mit seinem Verein das nächste Treffen ausrichten.“ Besonders freut den Segelflieger, dass dies sogar
ein Jubiläum ist. Die 30. Auflage wird quasi hier an der Peene gefeiert. Seit gestern reisen die Teilnehmer an. Bisher haben sich 24 „Spatzen“ in die Starterlisten eingetragen.
Aber es werden wohl noch einige mehr. So eine Veranstaltung zieht erfahrungsgemäß die Liebhaber dieser alten Vögel, die zwischen 1952 und 1965 gebaut wurden, in Scharen an. Die Segelflugzeuge dieser Bauart sind mit ihren 160 Kilogramm nicht nur besonders leicht, sondern auch extrem wendig, leicht zu bedienen und obendrein leistungsfähig. Schließlich wurden sie vorrangig in Süddeutschland für die Gebirgsfliegerei gebaut. Nun also fliegen sie über das flache vorpommersche Land. „Es ist einfach fantastisch. Und dann noch das Wetter dazu. Toll.“ Hans Mischo aus Bitburg genießt die Starts und die Landungen, die hier quasi am laufenden Band abgefertigt werden. Er ist mit dem „Spatz 55“ zum ersten Mal in der Region und hat bereits zahlreiche Ausflüge ins Umland unternommen. „Das kann ich nur empfehlen. Wir waren sicher nicht zum letzen Mal hier.“
Lob, das Kasubeck und seine Vereinsleute in diesen Tagen immer wieder hören. Und das nicht nur in deutscher Sprache. Holländer, Franzosen, Schweizer tummeln sich teilweise mit ihren Familien auf dem Gelände. „Wir sind über all die Jahre eine recht eingeschworene Gemeinschaft geworden. Das ist besonders wichtig für uns, weil die ,Spatzen‘ im Osten nicht gebaut wurden und wir somit hier wenig Gleichgesinnte haben.“
Kasubeck hat aber noch ein anderes Schätzchen zu bieten: eine Condor IV. Das 1954 gebaute Segelflugzeug aus Holz hing bis vor Kurzem noch unter dem Hallendach im Schönefelder Museum. Nun endlich soll es wieder fliegen. „Den hab ich jetzt endlich soweit“, freut sich Kasubeck, der das Teil in den vergangenen Wochen mit viel Geduld und Können seinen alten Glanz zurückgegeben hat. 18 Meter Spannweite verheißen ein wunderbares Gleiten am Anklamer Himmel.
Übrigens sind Zuschauer und auch Mitflieger bis Samstagabend auf dem Segelflugzeug sehr gern gesehen. Ein Abstecher nach „Spatzenhausen“ lohnt sich auf jeden Fall. Wer weiß, wann es wieder einmal so ein Spatzengewimmel zu bestaunen gibt.

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