Erik Richard und Brigitte Ewert sind für alle Eventualitäten bei der Fußball-EM gerüstet.[KT_CREDIT] FOTO: Florian Ferber
Von unserem Redaktionsmitglied Florian Ferber
Erik Richard Ewert hat das große Los gezogen: Er darf zusammen mit Mutter Brigitte ein Viertelfinalspiel der Fußball-EM in Polen live erleben. Der Hauptpreis der Aktion „Wir machen Europameister“ könnte ihnen dann einen Auftritt von Özil, Gomez und Co. bescheren.
Groß Nemerow.Sommermärchen, nächster Teil? Wer weiß, was Jogis Buben bei der Fußball-Europameisterschaft reißen. Fest steht: Werden sie in der Gruppenphase Zweiter, ist ein Knirps aus Groß Nemerow live dabei, wenn die DFB-Auswahl am 21. Juni in Warschau mit dem Ersten der Gruppe A ums Halbfinalticket kämpft. Aber auch ohne deutsche Beteiligung verspricht das Viertelfinale in der polnischen Hauptstadt für Erik Richard Ewert ein unvergessliches Erlebnis zu werden. Dass der Zwölfjährige und Mutter Brigitte ein EM-Spiel hautnah miterleben können, haben sie der Aktion „Wir machen Europameister“ des Nordkurier und der Fielmann AG zu verdanken. Dabei wollte Erik eigentlich nur sich und seinen Kameraden, den D-Junioren des SV Burg Stargard 09, einen Satz neuer Trikots besorgen. „Wir brauchten welche und ich fand die Aktion eine tolle Idee. Ich habe meinen Trainer Andreas Mosnki um Erlaubnis gefragt und eine Bewerbung abgeschickt“, erinnert sich der fußballbegeisterte Nachwuchs-Kicker. Fortan wurden die Sportseiten des Nordkurier im Hause Ewert noch genauer studiert als sonst und alle Gewinner-Teams vermerkt. Damit, dass er am Ende den Hauptpreis unter allen Teilnehmern, die von Boitzenburg über Ferdinandshof bis Rosenow und Stavenhagen reichten, absahnen würde, hätte Erik niemals gerechnet. „Den Zeitungsartikel habe ich gleich ausgeschnitten und mit in die Schule genommen“, sagt er. Auch wenn seine Mannschaft im Text irrtümlich zum SV Burg Stargard 04 degradiert wurde. Innerhalb der Nachwuchs-Truppe, die in der Kreisliga Süd auf dem zweiten Platz liegt und auf eine sehr ordentliche Saison zurückblicken kann, war man sich einig, dass Erik „der Auserwählte“ sein sollte. Der gebürtige Neubrandenburger hat sich wie viele andere auch während des Sommermärchens 2006 mit dem „Fußball-Virus“ infiziert. „Vorher hatte ich mit dem Sport nicht so viel am Hut. Doch dann habe ich die WM-Spiele mit meinem älteren Bruder Christoph gesehen und wollte danach unbedingt selber kicken.“ Da er in Burg Stargard zur Schule geht, lag die F-Jugend des SV 09 quasi vor der Tür und Erik schnürte fortan die Töppen für diesen Verein. Abgesehen von einem kleinen Intermezzo in einem Auswahl-Team beim 1. FC Neubrandenburg, ist Erik den Burg Stargarder Farben treu geblieben. Zweimal die Woche ist Training plus ein Punktspiel und die Trefferzahl des Stürmers ist zweistellig. Dabei hat er all das, was einen großen Knipser ausmacht: Torinstinkt, Kopfballstärke oder, wie es Mutter Brigitte sagt: „Er steht immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Nur am Laufen müsse er noch arbeiten, so Erik. Klingt alles verdächtig nach dem Bomber der Nation Gerd Müller. Im aktuellen DFB-Dress gefallen Erik Lahm und Özil, richtig klasse findet der Fußballfan aber Nani von Manchester United. Messi und Cristiano Ronaldo geben ihm dagegen etwas zu viel an. Obwohl Mama Brigitte auch gegen Ronaldo im Viertelfinale nichts einzuwenden hätte ... Wie ein Fußballstadion von innen aussieht, weiß der Zwölfjährige nicht nur aus der Sportschau. „Ich war schon im Bremer Weserstadion, in der DKB-Arena in Rostock und im Berliner Olympiastadion.“ Und natürlich im Hamburger Stadion, wo sich der HSV-Fan gleich mit einer kompletten Fan-Montur hat ausstatten lassen. In Rostock hat Erik auch schon die deutsche Nationalelf live gesehen im Oktober 2006 im Freundshaftsspiel gegen Georgien. Poldis Rote Karte ist besonders in Erinnerung geblieben. Großes Ziel der fußballverrückten Ewerts bleibt ein Besuch im Dortmunder Westfalenstadion. Bis dahin überbrücken Erik und seine Mutter die Wartezeit mit ihrem Kurztrip ins Warschauer EM-Stadion. Vielleicht sind Jogis Jungs dann tatsächlich mit von der Partie. Fortsetzung folgt.