Februar 20, 2012
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Pferdesport von Redaktion

Junger Belgier begeistert das Publikum

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Die Reithalle Weigt in Prenzlau war am Sonnabend Anlaufpunkt für Pferdezüchter und -sportler der ganzen Region. Das brandenburgische Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse präsentierte auf der Hengstschau seine besten Vererber. Das fachkundige Publikum war von den Leistungen und Darbietungen der Hengste beeindruckt. [RS_CREDIT] FOTos (2): Oliver Spitza
Von unserem Redaktionsmitglied
Oliver Spitza

Das Haupt- und Landgestüt Neustadt stellt auf dem Reiterhof Weigt in Prenzlau seine besten Deckhengste vor. Darunter junge Neuerwerbungen und einen wahren Methusalem.

Prenzlau.Kurz nach 9 Uhr zeigten sich Sorgenfalten auf dem Gesicht von Gastgeber Lothar Weigt. Für die große Hengstpräsentation des Brandenburgischen Haupt- und Landgestüts war alles bestens vorbereitet, doch auf den Zuschauerrängen herrschte am Sonnabendvormittag noch gähnende Leere. Aber 20 Minuten später war das vergessen, kein Sitzplatz mehr frei und noch immer drängten und drängelten Gäste in die Reithalle.
„Hier ist ein züchterisch sehr passioniertes Publikum zu Hause“, freute sich Landstallmeister Dr. Jürgen Müller. Neun Hengste stellte er den Gästen vor, darunter Neuerwerbungen sowie altbewährte Namen. Da gab es viel Beifall, doch am Ende hielten sich die meisten Züchter wie immer mit konkreten Aussagen, wieviele Stuten sie in diesem Jahr von welchen Hengsten decken lassen wollen, zurück. Kein Wunder, denn es herrscht ein völliges Überangebot auf dem Pferdemarkt, über 3000 Fohlen aller Rassen kommen allein in Brandenburg jährlich zur Welt. Der Verkauf gestaltet sich schwierig, die Preise sind im Keller und decken kaum noch die Kosten. Wer für den eigenen Bedarf züchtet, ist da besser dran.
Der Schapower Jörn Bollmann ist jedenfalls vom knapp neunjährigen Prämienhengst Levkoi überzeugt und wird „drei oder vier Stuten“ von ihm decken lassen. Kein Wunder, denn der Bollmann-Hof ist die einzige Außenstelle des Neustädter Landgestüts in der Uckermark. Und auf der Schapower Station wird der sprungstarke Schimmel Levkoi in diesem Jahr seinen Deckdienst leisten. Der Levisto-Sohn kann bereits auf Siege und Platzierungen in schweren Springen zurückblicken. „Ich muss Daniela noch zeigen, welchen Hengst wir nehmen“, sagte Lothar Weigt. Denn er hatte sich insgeheim bereits für den hochgelobten Chacco Me Biolley entschieden und muss nun davon noch seine Tochter überzeugen. Der noch nicht dreijährige, in Belgien gezüchtete und von Neustadt gepachtete Hengst war Reservesieger der Oldenburger Körung 2011 gewesen. Sein Vater Chacco-Blue ist international erfolgreich. „Chacco Me Biolley beeindruckt durch sein enormes Springvermögen bei ausgezeichneter Manier“, pries Jürgen Müller seinen neuen Publikumsliebling an und dieser stellte diese Eigenschaften auch im Freispringen unter Beweis. Der junge Belgier wird auf der Besamungs- und Deckstation Neustadt stehen.
Beifall gab es auch für einen wahren Methusalem. Denn der Holsteiner Landgraf-Sohn Lesotho wird in diesem Jahr 24 Jahre alt. Einige Jahre hatte er auf der ehemaligen Station Holzendorf erfolgreich seinen Deckdienst versehen und so zahlreiche Nachkommen auch in der Uckermark gezeugt. „Umgerechnet in Menschenjahre sind das 96 Jahre – und dafür sieht er doch noch ganz frisch aus“, scherzte der Landstallmeister.
Keine Angst vor großen Tieren, egal welchen Alters, hat jedenfalls Ulrike Gehring. Die 22-Jährige aus Wolfshagen beendet in diesem Jahr ihre Ausbildung in Neustadt zum Pferdewirt. „Es ist mein absoluter Traumberuf“, sagte Ulrike beim „Dienstbesuch“ am Sonnabend in der alten Heimat. Sie hatte das Prenzlauer Gymnasium besucht und war dann nach der
9. Klasse nach Neustadt gewechselt, weil dort Reiten als Schulfach angeboten wird. Wie es nach der Lehre beruflich weiter geht, weiß sie noch nicht. „Vielleicht als Bereiterin arbeiten“, sagt die junge Uckermärkerin, die selbst in der Dressur sportlich aktiv ist und ein eigenes Pferd trainiert.
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