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Kanu-Sportler haben es jetzt warm

Wanderwart Karlheinz Martin ist ein Urgestein des Vereins.[KT_CREDIT]
Wanderwart Karlheinz Martin ist ein Urgestein des Vereins.[KT_CREDIT]

Von unserem Redaktionsmitglied
Ingmar Nehls

Das Anpaddeln für die Kanuten beim SV Motor Süd muss ausfallen – die Temperaturen verhindern den geplanten Saisonstart. Die Sportler lassen sich die Laune trotzdem nicht verderben, schließlich gilt es, auch den Abschluss der Sanierung des Bootshauses zu feiern.

Neubrandenburg.Eigentlich sollten „Vaddern siene Jungs“, „Dörchläuchting“, „Kaspar Ohm“, „Oll Hinrich“ und die anderen Boote aus ihrem Winterschlaf geweckt werden. Der Tollensesee ist aber noch zugefroren. Das hat es beim Anpaddeln in all den Jahren noch nicht gegeben, sagt Gerhard Schreiber. Er hat 1954 die Sektion Kanu beim SV Motor Süd gegründet. Der 83-Jährige ist noch immer aktiv auf dem Wasser.
Hängende Köpfe gab es am Sonnabend aber nicht, denn schließlich konnte das sanierte Bootshaus feierlich eingeweiht werden. 1987 wurde das Haus gebaut, erzählt Karlheinz Martin, der die Kanuabteilung von 1960 bis 1990 insgesamt 30 Jahre lang leitete. Jetzt wurde richtig Geld in die Hand genommen. Immerhin 151000 Euro hat die Sanierung gekostet. Ein Großteil der Kosten haben der Landerssportbund und die Stadt übernommen. Die Vereinsmitglieder haben viele Eigenleistungen erbracht. „Hier wollen wir uns besonders bei unserem Vereinsmitglied Heinz Schewe bedanken. Ohne seine finanzielle Unterstützung wäre das Projekt so nicht möglich gewesen“, sagte der jetzige Abteilungsleiter Henry Slomma.
Das Bootshaus hat ein neues Dach, eine Wärmeschutzdämmung, eine neue Duschanlage, eine behindertengerechte Toilette und eine neue Heizung bekommen. „Vorher haben wir das Haus nie richtig warm heizen können“, sagte Henry Slomma. Vereinsmitglied Torsten Hanke hat außerdem noch private Fitnessgeräte geschenkt, damit sich die Kanuten im Winter fit halten können.
Die übliche Ansage „Und jetzt alle in die Boote“ konnte Slomma nicht bringen, dafür aber das Sektglas heben. Die Vereinsgeschichte ist passend zum Wassersport wellenförmig mit Bergen und Tälern. Mit 140 Mitgliedern ist die Sektion Kanu die stärkste beim SV Motor Süd. Es gibt eine Kinder- und Jugendgruppe, eine Seniorengruppe und das Drachenbootteam Maxx Dragon. Was die jüngeren Neubrandenburger vielleicht nicht wissen, der Verein in der Lindenstraße ist die Wiege des Kanusports in der Viertorestadt. Der SCN ist erst später entstanden. Auch Kanulegenden wie Rüdiger Helm haben bei Motor Süd angefangen, erinnert Karlheinz Martin.
Einige Kanurennsportler wie Henry Slomma haben den Weg zu Motor Süd gefunden, weil sie nicht auf die damalige KJS gingen, mit dem Kanusport aber weitermachen wollten, erzählt Slomma. Heute konzentriert sich der Verein auf den Familiensport. Es gibt viele gemeinsame Ausflüge in die Seenplatte und auch weiter weg. Die nächste größere Tour zu Pfingsten führt die Kanuten nach Malchin. Bis dahin dürfte das Wasser ja vom Eise befreit sein.

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i.nehls@nordkurier.de

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