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Kanuten trotzen der Eis-Zeit

Auch Frost kann die Kanuten nicht schrecken: Hier Olympiasieger Martin Hollstein auf dem Oberbach. [KT_CREDIT] FOTO: Heiko Brosin
Auch Frost kann die Kanuten nicht schrecken: Hier Olympiasieger Martin Hollstein auf dem Oberbach. [KT_CREDIT] FOTO: Heiko Brosin

Von unserem Redaktionsmitglied
Detlef Granzow

Nach langer Winterpause steht für die Athleten des SCN am kommenden Wochenende Teil eins der nationalen Sichtung an.
Es geht um die Tickets für die Heim-WM in Duisburg.

Neubrandenburg.Jürgen Lickfett ist in diesen Tagen schon früh auf Patrouillenfahrt mit dem Motorboot. Der Trainer der Neubrandenburger Elite-Kanuten prüft, wo und wie weit der Tollensesee befahrbar ist. Die Kanuten saßen lange in der Eis-Falle. Jetzt geht es schon eisfrei bis zur Marina. Zum Glück. Um 9.30 Uhr nehmen drei Kajaks und ein Canadier Kurs in diese Richtung. Die Lickfett-Gruppe trotzt der Eis-Zeit.
„Dieser Winter war schon speziell. Wir konnten zum Glück auf dem Oberbach ständig trainieren, aber der ist eben nur 750 Meter lang“, so Jürgen Lickfett. Immerhin mussten die Kanuten um Peking-Olympiasieger Martin Hollstein das Trainingslager in Kienbaum absagen – der See dort war zugefroren. „Also haben wir die Vorbereitung für die erste Phase der nationalen Qualifikation für die Heim-WM in Duisburg auf den Oberbach verlegt. Lief ganz gut“, schätzt Martin Hollstein ein, der sich ebenso wie die Kajak-Kollegen Paul Mittelstedt, Gordon Harbrecht sowie Canadier-Ass Erik Rebstock für ein DKV-Boot bei den Welttitelkämpfen auf der Wedau qualifizieren möchte.
Am kommenden Wochenende geht es im Einer in Duisburg über die 250 Meter mit Vor- und Endlauf sowie über die 2000 Meter. Das wird das erste Wettkampf-Aufeinandertreffen der deutschen Kanu-Elite. Gemischte Gefühle bei den Neubrandenburger Startern – zwischen „Schmetterlinge im Bauch“ und Vorfreude. „Ich freue mich jedenfalls auf den Wettkampf. Vier Monate Training stecken in den Knochen, da will ich endlich einmal schnell fahren und sehen, dass sich die Schinderei gelohnt hat“, zeigt sich Hollstein optimistisch und ergänzt: „Bei den Umfängen, die wir in diesem Winter gefahren sind, sollten wir zumindest auf dem Level des vergangenen Jahres sein. Darauf lässt sich aufbauen.“
Eine Einschätzung, die Trainer Lickfett teilt: „Die Jungs sind gut drauf. Jetzt kommt es darauf an, dass sie nach den harten Einheiten bis zum Wettkampf richtig regenerieren. Dann glaube ich, dass sie vorne mitfahren können.“ Die Minimal-Zielstellung lautet für die Kajakfahrer, unter die ersten Zehn zu kommen, Erik Rebstock sollte mindestens Platz fünf bei den Canadiern belegen. „Es geht schließlich darum, sich für die WM-Boote zu empfehlen. Wäre schön, wenn alle unsere Jungs an der Heim-WM teilnehmen könnten“, hofft Lickfett und nimmt Kurs Oberbachausfahrt – Eisbeobachtung. „Muss ich wohl nicht mehr lange machen. Zum Glück soll es jetzt richtig warm werden.“
Kanuten-Frühling.

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