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Kraftprobe über 540 Kilometer

Sieben Radsportler von Blau-Weiß Neubrandenburg wollen demnächst die 540 Kilometer lange Tour Trondheim-Oslo absolvieren. Elf weitere Fahrer bestreiten in diesem Sommer die 300 Kilometer lange Vätternseerunde in Schweden. Die Blau-Weißen haben bereits einige lange Kanten als Training in den Beinen. [KT_CREDIT] FOTO: K.-H.Engel
Sieben Radsportler von Blau-Weiß Neubrandenburg wollen demnächst die 540 Kilometer lange Tour Trondheim-Oslo absolvieren. Elf weitere Fahrer bestreiten in diesem Sommer die 300 Kilometer lange Vätternseerunde in Schweden. Die Blau-Weißen haben bereits einige lange Kanten als Training in den Beinen. [KT_CREDIT] FOTO: K.-H.Engel

VonKarl-Heinz Engel

Was in diesem Jahr für die einen die Vätternseetour oder das Rennen Fichkona ist, bedeutet sieben Radsportlern des Neubrandenburger SV Blau-Weiß der Radmarathon Trondheim-Oslo. Gestartet wird er Ende Juni.

Neubrandenburg.Store Styrkepröven, große Kraftprobe, nennen die Norweger den 540 Kilometer langen Eintagesritt von Trondheim nach Oslo respektvoll. Los geht es am 22. Juni um 9 Uhr am Dom von Trondheim, dem Tag, an dem die Sonne am Polarkreis nicht unter den Horizont sinkt. 6000 Radsportler aus aller Welt haben sich dieses Mal in die Teilnehmerliste eingetragen. Dabei sein wollen auch sieben Männer aus der Radsportabteilung des SV Blau-Weiß Neubrandenburg.
Eine große Kraftprobe sei das Rennen mit Sicherheit, sagt Christian Freuer, einer der heldenmütigen Blau-Weiß-Pedalritter. Nachdem er in den Vorjahren die Vätterntour in Schweden absolvierte, will er sich nun erstmals den fast doppelt so langen Kanten über die Fjells vornehmen. Mit seinen Vereinskollegen hat er sich das ehrgeizige Zeitlimit von 24 Stunden gesetzt. Einen zusätzlichen Härtegrad gewinnt die Mammuttour durch die Steigungen. So führen die ersten 170 Kilometer bis zum 1100 Meter hohen Pass am Dovrefjell permanent bergauf. Dort oben kann mitten im Sommer Winterkälte herrschen. Die Erfahrung hat Robert Schwabe, der einzige der Blau-Weißen mit Trondheim-Erfahrung, bereits gemacht. Christian Freuer vermutet, dass jeder gut beraten ist, sich ein Stück nordische Gelassenheit zu eigen zu machen und die Kräfte nicht gleich auf den ersten 170 Kilometern zu verpulvern.
Nach dem Gipfel folgt die Strecke zwar meist dem südwärts verlaufenden Gudbrandstal. Doch lauern immer wieder giftige Anstiege auf die Tourfahrer. Gründliche Vorbereitung ist deshalb fast alles. Die Neubrandenburger haben bereits Testtouren von 300 Kilometer in den Beinen. Alle drei Tage wird zudem der Tollensesee umkurvt. Robert Schwabe hat einen detaillierten Streckenplan erarbeitet. „Wir trauen uns jetzt den Styrkepröven zu“, sagt Ricardo Wilbat, der Vorsitzende der Blau-Weiß-Truppe. Elf Fahrer würden zudem den Vätternsee (300 Kilometer) umrunden. Alles in allem ein Beleg für das gewachsene Leistungsniveau der erst 2010 gegründeten Radsportabteilung.
Um die 540 Kilometer im selbstgesetzten Limit von maximal 24 Stunden zu bewältigen, muss ein Durchschnittstempo von mindestens 25 km/h angeschlagen werden. Bei dem langen Kanten beachtlich, zumal während der Stopps an den Verpflegungsdepots kostbare Zeit draufgehen dürfte. Um Schwächephasen bei dem einen oder anderen überbrücken zu können, haben sich die Neubrandenburger vorgenommen, zusammenzubleiben und möglichst Staffel zu fahren. Das schont die Kräfte.Von entscheidender Bedeutung kann jedoch auch die Energiezufuhr sein. Es werden deshalb paketweise Riegel und Energiedrinks mitgeführt. Die Sieben fiebern dem Abenteuer von Tag zu Tag mehr entgegen. Eins bedauern sie: Der grandiosen Landschaft wird kaum jemand einen Blick gönnen können.

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