Nervenstärke der Jugend am hohen Netz gefragt

Die Jungen des VC Angermünde wurden Zehnter der deutschen Meisterschaft der U-16-Volleyballer.  FOTOs (3): C. Voigt
Die Jungen des VC Angermünde wurden Zehnter der deutschen Meisterschaft der U-16-Volleyballer. FOTOs (3): C. Voigt

VonArmin Gehrmann
und Carola Voigt

Der VC Angermünde präsentierte eine perfekt ablaufende nationale Meisterschaft der Jungen der „U 16“. Das Team des Gastgebers wird DM-Zehnter.

Angermünde.Bei den deutschen Meisterschaften der U-16-Volleyballer waren 47 Spiele zu absolvieren, ehe der TuS Kriftel (Main-Taunus-Kreis) als Titelträger fest stand. Wie im Finale gegen den VC Dresden, das auch erst nach Tie break die Entscheidung brachte, lieferte das zweitägige Turnier eine Vielzahl spannender, manchmal sogar dramatischer Entscheidungen.
Das begann schon in den Gruppenspielen mit der ersten Partie in Gruppe A1, als die Jungen des Gastgebers dem TV Rottenburg (Landkreis Tübingen) nach zwei Sätzen – 25:27, 22:25 – knapp unterlagen. Ob es insgesamt für sie besser gelaufen wäre als mit Rang zehn, bleibt bei den Resultaten der nach den Gruppenspielen folgenden Partien fraglich. Denn auch da stolperten einige Siegaspiranten. So die Rottenburger, die gegen den späteren Meister 1:2 unterlagen, obwohl sie in ihrer Vorrundengruppe dominiert hatten, denn nach dem Auftakterfolg gegen den VCA ließen sie zwei weitere 2:0-Resultate folgen. Die Angermünder indes steigerten sich, obwohl Trainer Gorden Trettin die Resultate aller Teams relativierte. „Ja, meine Jungen hatten einen schwachen Start. Aber hier wird auf höchstem Niveau gespielt. Unter den 16 Mannschaften gibt es bestimmt ein Dutzend, das sich Hoffnungen auf eine Medaille machen darf. Wenn einer hier Fehler offenbart, merkt das jeder Gegenspieler sofort und die Strafe dafür folgt. Gegen die Rottenburger war es vor allem unsere Blockabwehr, die nicht stabil funktionierte.“
Hinzu kam die Nervenlast, vor eigenem Publikum gut spielen zu wollen und gleich in Rückstand geraten zu sein. „In diesem Turnier ist es enorm wichtig, dass du in jedem Satz die ersten Punkte machst, Selbstvertrauen tankst und den Gegner beeindruckst.“ Letzteres war für die Angermünder schon im zweiten Turnierspiel notwendig. Gegen den Schweriner SC kamen sie nach dem vergebenen ersten Punkt schnell in die Erolgsspur, weil die Blockarbeit funktionierte und auch das Aufholen des Gegners nicht verunsicherte – 5:1, 5:7, 8:8, 12:8, 13:10, 15:11, 19:16, 24:17, 25:20. Doch schon Satz zwei zeigte, wie verrückt es laufen kann. Die VCA-Jungen bekamen keinen gelungenen Spielzug hin und auch die Abwehr schlief. 0:9 lagen sie bereits zurück. Und der Trainer nahm keine Auszeit. Aber wie ein Flummi sprang er an der Linie hin und her, feuerte seine Jungen immer wieder an. Deren große Aufholjagd führte über 1:9, 2:11, 8:13, 10:15 zum 10:17. Erst dann die Auszeit. Aber über 12:18 und 19:23 ging dieser Satz 21:25 verloren. Im Tie break vermieden die Angermünder dann aber eine so hohe Fehlerquote, zeigten wieder enormen Einsatz und gewannen 15:12. Darauf aufbauend folgte im dritten Vergleich ein sicheres 2:0 (25:17, 25:11) gegen den TSV Mühldorf (Oberbayern). In der Zwischenrunde stoppte der zum Favoritenkreis zählende Moerser SC (Nordrhein-Westfalen) das VCA-Team, das nach dem 17:25 einen sehr starken zweiten Satz (25:22) spielte, dann aber im Tie break 8:15 unterlag.
Nach einem ungefährdeten 2:0 gegen den Berliner TSC zogen die Gastgeber in das Spiel um Rang neun ein. Gegen den VC Gotha lieferten sie einen grandiosen ersten Satz ab (25:13). Doch wieder ging diese Stabilität verloren. Satz zwei gewannen die Thüringer 25:22, den Tie break 15:11.

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