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Plötzlich gibt es gleich zwei

Von unserem Redaktionsmitglied
Susanne Böhm

Der Mirower Ruderverein kann sich unverhofft neue Boote leisten. Privatleute und Unternehmen
haben gespendet,
dazu kamen Fördergelder.

Mirow.25 Jahre lang konnte sich der Ruderverein Blau-Weiß Mirow kein neues Boot leisten, jetzt ist unverhofft Geld für zwei da. Am Wochenende tauften die Vereinsmitglieder ein neues Sportboot im Rahmen einer kleinen Feier auf den Namen Leppin und ließen es im Beisein vieler Gäste zu Wasser. Das zweite Boot soll im Sommer seine Werft bei Wismar verlassen.
Fast 12000 Euro hat die Leppin gekostet – ein Kunststoffboot, das Platz für drei Ruderer und den Steuermann bietet. Viele Privatleute und Unternehmen haben gespendet, obendrein bewilligte der Landessportbund Fördermittel. Mit einer solchen Hilfsbereitschaft hatte der Verein nicht gerechnet, als er begann, sich um Geld zu bemühen. „Ich hätte nie gedacht, dass sich so viele Leute für uns engagieren“, sagte Vereinsvorsitzender Michael Kullack. Darum habe er um Spenden geworben und zur Sicherheit parallel Fördergelder beantragt. Als das Geld für den Dreier längst durch Spenden zusammengekommen war, habe der Sportbund auch noch Mittel für einen Viersitzer bereitgestellt. „Eine tolle Sache“, sagte Michael Kullack und dankte allen Spendern und Unterstützern. Sogar Landrat Heiko Kärger habe geholfen, indem er Kontakte vermittelte.
Das neue Boot ist knapp elf Meter lang und wiegt 65 Kilogramm. „Es ist viel leichter als die alten Holzboote und viel besser zu bewegen“, so Michael Kullack. Der Verein besitzt 26 Boote, das älteste aus dem Jahr 1910. Die Mitgliederzahl liegt seit Jahren bei 53. Wettkampfsport betreibt der Verein seit mehr als 20 Jahren nicht, weil nach der Wende das Ruderleistungszentrum in Mirow geschlossen wurde und Nachwuchs und Trainer knapp wurden. „Aber als Hobby“, sagt Michael Kullack, „ist Rudern ein wunderbarer Sport.“
In Mirow wird seit 1925 unter wechselnden Vereinsdächern gerudert. Zuerst wurde der Mirower Segel- und Ruderverein gegründet. Nach dem Kriegsende wurde im Jahr 1956 die AG Rudern ins Leben gerufen. Diese wurde 1959 von der Sektion Rudern innerhalb der BSG Traktor Mirow abgelöst. Mit der Wende traten die Ruderer aus der BSG aus und gründeten den Ruderverein Blau-Weiß Mirow. Das Vereinsgelände liegt am Stadtpark, am Ufer des Mirower Sees.

Kontakt zur Autorin
s.boehm@nordkurier.de

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