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Schau der Recken im Amphitheater

Kugelstoßen im Garten Marihn: Weltmeister David Storl in Aktion vor imposanter Kulisse. [KT_CREDIT] FOTO: Heiko Brosin
Kugelstoßen im Garten Marihn: Weltmeister David Storl in Aktion vor imposanter Kulisse. [KT_CREDIT] FOTO: Heiko Brosin

VonDetlef Granzow

Beim Kugelstoß-Meeting im Schlossgarten von Mahrin hadern Weltmeister David Storl und Lokalmatador Ralf Bartels mit ihren Weiten.
Bis zur WM in Moskau ist es
noch ein weiter Weg.

Mahrin.Tolles Ambiente für einen Kugekstoßwettkampf im Garten von Marihn, gute Stimmung unter den 200 Zuschauern – und ein „angefressener“ Weltmeister. Dabei hätte David Storl beinahe mit dem letzten Stoß den Tag gerettet. Der schlug hinter der 21-Meter-Marke ein. Aber wie so oft in der noch jungen Saison: Der Chemnitzer konnte den Stoß nicht halten – die rote Flagge folgte. So blieb es bei 20,24 m für den Olympia-Zweiten aus dem ersten und einzig gültigen Versuch.
Sein Trainer Sven Lang zog das ernüchternde Fazit: „Bis Moskau ist es noch ein weiter Weg. Ich hab heute so einiges gesehen, wo wir im Training dran arbeiten müssen. Das Potenzial ist auf alle Fälle da.“ Dieser Satz brachte Storl (Saisonbestweite: 20,97 m) fast auf die Palme: „Wenn es da ist, muss ich es auch mal rauslassen. Mir fehlen einfach die Wettkämpfe.“
Und vielleicht ist es auch eine Nervensache, schließlich kratzten die Storl-Geschosse beim Einstoßen reihenweise die 21-Meter-Grenze. „Kopfsache“, meinte auch Moderatorin Astrid Kumbernuss: „Kopf ausschalten und weit stoßen“, lautete ihr Tip. Den befolgte auch Lokalmatador Ralf Bartels nicht. 19,58 m sind nicht das, was der SCN-Recke bei seiner Abschiedstour von sich erwartet: „Ich bin absolut unzufrieden. Ich wollte die 20 Meter knacken, deswegen bin ich hierher gekommen. Wenn man sich die Anlage anschaut, da ist doch alles schön. Nur eben meine Leistung nicht“, grübelte der gebürtige Stavenhagener. „Ich weiß nicht, warum ich das nicht hinkriege. Im Training sieht alles deutlich besser aus.“ Von der geforderten DLV-Norm von 20,60 m redet Bartels nicht, da müsse man im Moment realistisch bleiben. „Die Norm ist hammerhart. Sie ist nicht unmöglich, aber bis dahin ist ein weiter Weg. Das hat man heute wieder gesehen“, so Bartels.
Mittwoch in Osterode nimmt der Altmeister wieder Anlauf. Auch David Storl will noch eine Wettkampfserie absolvieren: Stettin, dann die Team-EM, danach Gotha und Birmingham. „David braucht jetzt Wettkämpfe, um stabiler zu werden“, diagnostizierte Trainer Sven Lange.
Sein Neubrandenburger Kollege Gerald Bergmann hatte einen im Tross, der strahlte. „Dem Patrick Müller scheint die Sonne heute aus dem Hintern“, flachste der Coach. Müller hatte mit der 5-kg-Kugel den deutschen Rekord der U18 auf 21,88 m geschraubt. „Das war ein tolles Gefühl, im eigenen Stadion den Rekord zu knacken. Heute Abend hier im Amphitheater, das ist nur Zugabe“, so der 17-Jährige. Immerhin bei der Zugabe sprangen mit der 6-kg-Kugel 19,58 m heraus. So sehen perfekte Tage aus. Noch so einen wünscht er sich bei der U18-EM.
Bei den Frauen setzte sich mit Josephine Terlecki (17,15 m) eine London-Starterin durch. Platz zwei ging an Siebenkämpferin Julia Mächtig. Ihre 15,31 m sind eine Empfehlung für das kommenden Wochenende, wenn es in Ratingen um die WM-Tickets der Mehrkämpfer geht.

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