Nordkurier.de

Stadliga-Kicker machen mobil

So sah es noch vor wenigen Tagen aus. Dreck musste vom Platz geräumt werden. Auch wenn der Schnee inzwischen gewichen ist. Noch ist der Untergrund sehr weich.  FOTOs (2): A. Gehrmann
So sah es noch vor wenigen Tagen aus. Dreck musste vom Platz geräumt werden. Auch wenn der Schnee inzwischen gewichen ist. Noch ist der Untergrund sehr weich. FOTOs (2): A. Gehrmann

Von unserem Redaktionsmitglied
Armin Gehrmann

An nutzbaren Kleinfeldern mangelt es in der Kreisstadt. Dem begegnen die Fußballer mit Eigeninitiative.

Prenzlau.Der Stadtliga-Fußball in der Stadt geht in die Offensive. Für diese Meisterschaft werden zwar „nur“ Kleinfeldplätze gebraucht. Doch diese gibt es nicht genügend. „Wir haben daher aus der Not eine Tugend gemacht“, so Wolfgang Döring. „Durch die Umgestaltungen im Stadtpark gibt es den Hasse-Platz nicht mehr. Der in Federführung des TSV 62 Prenzlau sanierte andere Platz im Stadtpark kann wegen der Landesgartenschau nicht genutzt werden.“ Das sei zwar unverständlich, weil viele Fördermittel hineingeflossen seien und nun eine zeitweise Enklave mitten im Park entstand. „Aber wir gingen in die Offensive, suchten mit der Stadtverwaltung, nachdem ich ein sehr offenes Gespräch mit dem Bürgermeister hatte, nach Lösungen und sind fündig geworden.“
Als Wolfgang Döring das sagte, strahlten seine Augen schon wieder. Jetzt ist mehr als nur Land in Sicht. Spaziergänger und Besucher von Fußballspielen im Uckerstadion werden es registriert haben. Dort, wo einst Tennisplätze waren, dann aber Unkraut in die Höhe schoss, doch ein abgegrenztes Areal samt massivem Gebäude vorhanden ist, zieht nun der Prenzlauer Stadtfußball ein. Erste Arbeitseinsätze der Kleinfeldkicker gab es schon.
Mit der Stadt besteht ein Nutzungsvertrag. Der Vorstand der Stadtligafußballer führt nun dort Regie. Das betrifft alle Arbeit in Eigenregie und auch die Nutzung. Inzwischen ging es mit Sponsorengesprächen schon kräftig voran. Beim Arbeitseinsatz wurde die innere Umzäunung (Ballfangbereich) abgerissen. Das Terrain ist vorschriftsmäßig als Sportgelände ausgewiesen. Die Fußballtore stehen bereits. Der Platz (Untergrund Ziegelmehl) wurde von Unkrautresten befreit, geharkt, gewalzt, ausgebessert, und in seinen Wettkampfmaßen abgesteckt. „Alles ist so günstig, dass wir an den Außen- und Grundlinien sogar neutrale, mit dem Platz ebene Streifen haben, weil die Gesamtfläche zirka 60 x 40 Meter ist.“
Kameraden der Feuerwehr werden Baumschnittarbeiten vornehmen, um Herunterfallendes zu vermeiden. „Für das Haus haben wir und schon ein kleines Hauswasserwerk (Brauchwasser) besorgt, sodass die Toiletten betrieben werden können. Die dafür notwendigen Arbeiten realisieren wir auch selbst. Die Ausstattung der Umkleideräume ist noch nicht komplett. Aber eine Spende von Stühlen ist schon da. „Ein weiterer Sponsor wird einen Geräteraum anbauen. Er stellt das Material, wir helfen mit.“ Bänke am Rande der Spielfläche, ein Benzin-Rasenmäher, weitere Arbeitsgeräte – auf all das hoffe man noch durch Sponsoren zu kommen. „Wir sind für jede Hilfe dankbar. Wer uns unterstützen möchte, kann mich anrufen“, zeigte sich Wolfgang Döring (Tel.: 0172-3930631) optimistisch. „Nur wenn wir als Fußballer mit unseren Möglichkeiten auch dazu beitragen, kann es insgesamt Nägel mit Köpfen geben.“
Will aber auch heißen, dass zeitlich Druck besteht. Am 20./21. April soll die Rückrunde der Stadtliga beginnen. „Wenn es die Platzverhältnisse zulassen, möchten wir hier schon spielen. Wer dann von den Fußballern sieht, was noch alles fertigzustellen ist, kann ja mit anpacken“, meinte er verschmitzt. Denn Hilfe wird von allen Mannschaften erwartet, was aber noch nicht geschah.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×