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Täglich vier Stunden Pferd sind für diese Frau einfach ein Muss

VonRainer Marten

Als sie mit vier das erste Mal auf einem Pferderücken
saß, war es um Silvia Körk geschehen. Pferde wurden ihre Leidenschaft.
Heute ist die Boockerin
die erfolgreichste Dressurreiterin in
der Region.

Boock/Krackow.„Rettan“ ist nicht zu sehen. Aber „Wolkenlady“ wiehert in ihrer Krackower Box und scharrt voller Erwartung mit der Hufe. „Sie hat mich längst erkannt“, sagt Silvia Körk. Geübt schiebt sie das Boxentor zur Seite, schirrt das Pferd ein und wirft den Sattel über. Geputzt ist die Lady bereits. Das Tier ist schlank, leicht muskulös; man sieht dem Pferd Klasse an. Das haben schon viele erkannt, sagt Silvia Körk. „Aber Wolkenlady abgeben, gar verkaufen – nein, das kommt für mich nicht in Frage.“
Es geht hinaus zum Reitplatz. „Wolkenlady“ tänzelt, ist leicht aufgeregt. Das Dressurreiten hat „das rittige Pferd“ zum Ziel. Es geht um Können und Eleganz. Mit minimalen Signalen deutet die Reiterin an, welche Aufgaben – Lektionen – zu lösen sind. Schritt, Trab, Galopp, Bahnfiguren – die Palette ist breit. „Wolkenlady“ bewährt sich seit langem in den Klassen L, M und S – leicht, mittel und schwer – perfekt. „Rettan“ hat erst die Klasse A und L erreicht. Das hängt auch mit dem Alter zusammen. „Wolkenlady“ ist 13, „Rettan“ acht Jahre alt. Die Beziehung zwischen Reiterin und Pferd wurde über Jahre so intensiv, dass jeder jeden versteht. Als Silvia Körk vor vier Jahren zur Kur fuhr, mussten die Pferde mit. Im Wechsel. Zuerst wurde ein Stallplatz gebucht, dann die Kur bestätigt. „Wer Erfolg haben möchte, muss mit viel Gefühl bei der Sache sein; er muss eine gute Beziehung zum Pferd pflegen“, sagt Silvia Körk. Am Ende trägt zum Erfolg nicht allein der täglich Ausritt bei, sondern auch der Umgang und die Pflege des Tieres.
Was Umgang und Pflege betrifft, so wendet Silvia Körk dafür täglich sehr viel Zeit auf. „Rettan“, der bei Schwiegervater Peter Altmann in Penkun steht, wird immer erst nach Krackow geholt. „Jedes Pferd wird dann etwa eine Stunde geritten. Vor dem Ritt und danach wird es geputzt, etwa jeweils dreißig Minuten lang. Das macht pro Tag vier Stunden Pferd. Silvia Körk lächelt bei der Auflistung der Zeit. „Ja, es geht nicht anders: Pferde sind nun einmal meine Leidenschaft.“ Die Tochter, der Lebensgefährte, sie alle verstehen das zwischenzeitlich.
Etwa ab Mai fährt die Boockerin fast Wochenende für Wochenende die Erfolge für diese Mühe ein: Kreismeistertitel, Pokale – es gibt in der Region derzeit keine zweite Reiterin, die so erfolgreich ist wie Silvia Körk.
Persönlich allerdings sagt sie: „Mein größter Erfolg ist ,Wolkenlady’, die mir in all den Jahren diese Siege ermöglicht hat.“

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