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„Traurig, wenn man beim Heimrennen zugucken muss“

Die Jüngsten in der Altersklasse U 11 eröffneten am Sonntag das Radrennen zum 7. Templiner Altstadt-Kriterium.  FOTO: Horst Skoupy
Die Jüngsten in der Altersklasse U 11 eröffneten am Sonntag das Radrennen zum 7. Templiner Altstadt-Kriterium. FOTO: Horst Skoupy

VonHorst Skoupy

Ein hartes Pflaster im wahrsten Sinne des Wortes ist die Rennstrecke durch Templin. Radsportler, die zum Zuschauen verurteilt sind, ärgern sich trotzdem.

Templin.Beinahe autofrei bliebt am Sonntag Templins Innenstadt. Die Straßen rund um das Historische Rathaus blieben den Fahrradfahrern vorbehalten – Freizeitradlern, Amateuren und Radsportprofis. Radsportenthusiasten der Stadt Templin, vor allem aus den Reihen des Templiner Sportvereins Lokomotive 1951 e. V., hatten es nach einem Jahr Pause geschafft, Sportler aus der ganzen Bundesrepublik in die Perle der Uckermark zum mittlerweile 7. Altstadt-Kriterium zu locken. Unter ihnen prominente Radsportler wie Dan Radtke und Bernd Drogan.
In dreizehn Altersklassen gingen Radsportler in insgesamt neun Rennen an den Start. Lea Pasenow, Radsporttalent des heimischen Vereins, blieb jedoch lediglich die Zuschauerrolle mit dickem Schal um den Hals am Streckenrand. Im Gegensatz zu ihrer Schwester Marie, die in der Altersklasse u 17 antrat, musste sie ihre Teilnahme wegen eine bösen Erkältung absagen. „Das ist schon traurig, wenn man beim Heimrennen zuschauen muss“, erklärte sie. Doch die Schülerin machte sich nützlich und half den jüngsten Radsportlern im Verein bei den Startvorbereitungen. Sie hofft, dass sie bis zum nächsten Wochenende wieder fit ist, denn dann steht ein wichtiges Sichtungsrennen in Thüringen an. Traurig dürften auch drei Lokomotive-Sportler gewesen sein, die zum Start ihres Rennens schlicht zu spät gekommen waren.
Nicht zu spät, sondern im Gegenteil, ganz fix war Jasmin Cunert. Die Radsportlerin vom RK Endspurt 1909 Cottbus e. V. hatte ihre Rennen in der Altersklasse u 15 mit großem Vorsprung vor ihren Verfolgern gewonnen. In Templin hat sie bereits Erfahrungen gesammelt. Zum dritten Mal ging sie in der Perle der Uckermark an den Start und kennt die Tücken der Rennstrecke. „Die Straßenabschnitte mit dem Kopfsteinpflaster sind schon ein bisschen doof, vor allem, weil die Beine immer schwerer werden“, meinte die 13-Jährige, die gern Radsport-Profi werden möchte.
Immer dabei sind indes Bärbel und Uwe Siart, wenn in Templin ein Radrennen ansteht. „Wir haben ein ganz privates Interesse. Unser Sohn Marlon war bereits ein Schützling von Templins Radsporttrainer Klaus Fermum. Und diesmal geht unser Enkelkind Oskar Marlon Bloeß an den Start, der beim SC Berlin trainiert“, erklärte Bärbel Siart. Dass in Templin ein solch großes Straßen-Radrennen ausgetragen wird, trage zu einem positiven Image der Stadt bei, sind die beiden Templiner überzeugt. Umso trauriger fanden sie am Sonntag die spärliche Zuschauerkulisse. „Es ist bedauerlich, dass so wenig Templiner hinter ihrem Ofen hervorgekommen sind. Vor allem für die Radsportler sowie die Veranstalter, die das Rennen sehr aufwendig organisiert haben“, sagte Uwe Siart. Für das Paar steht indes fest, dass sie auch das nächste Radrennen wieder verfolgen werden.

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