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Werder-Coach Dutt lässt Elia und Arnautovic zappeln

Neues Dreamteam? Trainer Robin Dutt (l.) und Geschäftsführer Thomas Eichin.[KT_CREDIT] FOTO: C. Jaspersen
Neues Dreamteam? Trainer Robin Dutt (l.) und Geschäftsführer Thomas Eichin.[KT_CREDIT] FOTO: C. Jaspersen

VonAndreas Frank

Beim ersten Auftritt von
Robin Dutt als neuem Trainer von Fußball- Bundesligist Werder Bremen waren ihm die Schuhe seines Vorgängers noch zu groß – zumindest an dessen typischer Begrüßungsformel muss der gebürtige Kölner noch arbeiten.

Bremen.„Monn, monn“ – mit der typischen Begrüßungsformel seines Vorgängers Thomas Schaaf hatte Robin Dutt noch so seine Schwierigkeiten. „Ich werde das schnell lernen“, versprach Werder Bremens neuer Trainer bei seiner Präsentation am Dienstag. Dass sich der 48-Jährige aber auch an den sportlichen Erfolgen des 14 Jahre an der Weser amtierenden Urgesteins messen lassen muss, ist Dutt völlig klar. Eine schwierige Situation, die der Halb-Inder mit viel Sensibilität angehen will: „Ich werde dafür Fingerspitzengefühl brauchen. Meine Vorstellung dabei ist eine Mischung aus Professionalität und Menschlichkeit. Viele langjährige Mitarbeiter sind verständlicherweise jetzt erst einmal ein bisschen verunsichert.“
Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, habe er auch mit Schaaf ein langes Telefonat geführt. Dutt: „Thomas hat mich zu meiner Entscheidung beglückwünscht. Er mag vertraglich von Werder Bremen getrennt sein, aber er wird immer ein Teil dieses Vereins bleiben.
Für Dutt keine neue Situation, denn als er 2007 beim SC Freiburg Cheftrainer wurde, wurde er Nachfolger von Volker Finke – nach 16 Finke-Jahren im Breisgau Der Fußballlehrer, zuletzt Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), war erst am Montag vorzeitig aus seinem noch bis 2016 laufenden Vertrag freigestellt worden – nach nur neun Monaten Dienstzeit und bei spürbarer Verärgerung aufseiten des Verbandes. „Ich habe den DFB in keine schöne Situation gebracht, aber ich habe einfach gespürt, dass mein Herz auf dem Trainingsplatz gehört“, sagte Dutt.
Ob der neue Coach den zuletzt suspendierten Werder-Profis Marko Arnautovic und Eljero Elia eine neue Chance geben wird, ließ er offen: „Ich werde mir ein genaues Bild verschaffen. Klar ist, dass die Mannschaft über allem steht.“ Die beiden Offensivkräfte hatten sich mitten im Abstiegskampf der Norddeutschen eine Spritz-Tour in die Niederlande geleistet.
Dutt räumte unumwunden ein, dass er am Scheitern als Trainer bei Bayer Leverkusen in der Saison 2011/2012 durchaus nicht unschuldig gewesen sei. „Vielleicht war ich am Anfang zu verbissen. Bestimmt habe ich auch Fehler gemacht“, sagte er. An Bremen reize ihn die über Jahrzehnte gewachsene attraktive Spielausrichtung: „Ich bin Jahrgang 1965. In meiner Generation löst Werder Bremen einfach eine positive Stimmung aus.“
Aus Sicht von Werder-Sportdirektor Thomas Eichin ist Dutt die Ideallösung für die Hanseaten, die nach einer Katastrophen-Saison mit wochenlanger Abstiegsgefahr einen Neustart wagen müssen.
„Wir mussten gar keine große Überzeugungsarbeit leisten. Ich betone dabei, dass es den ersten Kontakt erst nach unserem letzten Saisonspiel in Nürnberg gegeben hat. Irgendwie ist Robin für uns eine logische Wahl.“ Als „Freiburg XL“, so Dutt, sei ihm die Hansestadt beschrieben worden, unfreundliche Bremer habe er bislang noch nicht getroffen.

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