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WM-Aus im Kabinengang

Die Franzosen gerieten gegen die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ins Stolpern.[KT_CREDIT]            FoTO: ALEXANDER NEMENOV
Die Franzosen gerieten gegen die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ins Stolpern.[KT_CREDIT] FoTO: ALEXANDER NEMENOV

VonThomas Lipinski

Ohne Schützenhilfe der Slowaken ist für die deutsche Eishockey- Nationalmannschaft bei der WM in Finnland schon vor der Partie gegen Frankreich die Tür zum Viertelfinale zu. Da nützt auch der 3:2-Sieg nichts mehr.

Helsinki.Als die deutschen Eishockey-Spieler gestern in die Halle kamen, war schon alles vorbei. Der Weg in die Kabine führte sie an den jubelnden Slowaken vorbei, die ihnen gerade das Ticket für das WM-Viertelfinale weggeschnappt hatten. Das erhoffte Endspiel war für Christian Ehrhoff und Co. zum Kampf um die Goldene Ananas geworden.
Vier Stunden später verabschiedeten sie sich mit einem 3:2 (1:1, 0:1, 1:0, 1:0) nach Verlängerung gegen Frankreich aus dem Turnier – als enttäuschte Sieger. Ehrhoff erzielte den entscheidenden Treffer nach 65 Sekunden in der Overtime. „Unser Ziel war es, Stolz und Ehre in das deutsche Eishockey zurückzubringen. Ich denke, das haben wir geschafft. Wir haben uns noch einmal gut verkauft“, sagte Matchwinner Ehrhoff, der mit dem knappen WM-Aus leben konnte: „Wir haben keine der ersten vier Mannschaften geschlagen, daher geht das in Ordnung.“ Auch Marcel Goc meinte, das Team könne „zufrieden nach Hause fahren“.
Der erste WM-Erfolg gegen die Equipe Tricolore seit
20 Jahren ist wertlos, weil zuvor die Schützenhilfe der USA ausgeblieben war. Vize-Weltmeister Slowakei sicherte sich mit einem 4:1 (2:0, 1:1, 1:0) gegen die Amerikaner den vierten Platz in der Vorrundengruppe B. Die deutschen Spieler sahen auf ihren Smartphones im Teamhotel und im Bus, wie ihr Traum vom Viertelfinale platzte. Die Wiedergutmachung 93 Tage nach dem historischen Olympia-Aus gelang nicht – wie erhofft – mit der Rückkehr unter die besten Acht. „Wir wussten, dass die Konstellation so war, dass wir auf Hilfe der anderen angewiesen waren“, sagte Bundestrainer Pat Cortina. „Letztendlich sind wir daran gescheitert, dass wir aus den ersten drei Spielen zu wenig Punkte geholt haben, obwohl wir mehr verdient gehabt hätten.“
Gegen Frankreich sicherten vor 5062 Zuschauern Ehrhoffs Gewaltschuss in den Winkel (18.), Michael Wolfs Abstauber (42.) und der zweite Treffer Ehrhoffs (62.) den dritten Sieg im siebten Spiel in Helsinki. Mit dem Vorrunden-Aus im Kopf hatte die DEB-Auswahl zunächst ohne Biss und Tempo begonnen.

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