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Wo der Wind noch gefeiert wird

Jörg Längert mit seiner „Casita“ gewann die Loitzer Pokalregatta.  FOTO: Georg Wagner
Jörg Längert mit seiner „Casita“ gewann die Loitzer Pokalregatta. FOTO: Georg Wagner

VonGeorg Wagner

Ein schnelles Rennen gab es bei der Loitzer Pokalregatta. Und Bedingungen, wie Segler sie sich kaum besser wünschen können.

Loitz/Verchen.Wind. Mit Stärken um drei bis vier Beaufort weht er aus Nord von Verchen her über den Kummerower See und frischt im Lauf des Nachmittags sogar noch etwas auf. Der Zeiger an Jörg Wittmanns Messgerät pendelt jetzt um die 13 Knoten. Den Diesel seines Segelkutters „Albatros“, der eben noch das Deck vibrieren ließ, hat er abgestellt.
Langsam zieht der Traditionssegler bei gesetzter Fock in Richtung Gravelotte. Die Wellen klopfen gegen die hölzernen Planken und hallen in der Kajüte wider wie Raunen aus der Tiefe. Achteraus wird die gelbe Boje allmählich kleiner, während ihr Pendant vor Gravelotte immer besser in Sicht kommt. Beide markieren Wendemarken für die Loitzer Pokalregatta. „Ich habe sie möglichst nahe an Land gesetzt, damit auch die Leute dort ein wenig davon haben“, sagt Wittmann. Er ist Regattaleiter, die „Albatros“ Begleitboot.
Im Augenblick aber lassen ihr die Regattaboote zum Begleiten keine Chance. Vor dem Wind ziehen sie schnell davon zur Seemitte. Von dort geht es bei halbem Wind weiter nach Gravelotte.
Ein Kurs, wie man ihn sich für ein Rennen nur wünschen kann, mit Schlägen am Wind, halbem und achterlichem Wind und klassischem Start an der Kreuz. Der Loitzer Jörg Längert auf seiner „Casita“ zählt zu den ersten, die über die Startlinie fahren, als Bernd Gültzow auf seiner „Bounty“ das Signal dazu gegeben hat. Längert, bei den meisten Regatten mit im vorderen Feld, wird die Führung kaum noch aus der Hand geben. Doch das allein reicht nicht aus. Während es bei der Jagd nach dem Loitzer Pokal heißt „First ship home“, der Erste gewinnt, zählen beim Wettbewerb um die Glastrophäen des Vereins die Yardsticks mit – eine Art Handicaps, die konstruktionsbedingte Unterschiede der Yachten ausgleichen. Je höher die Yardstickzahl, desto besser für den Skipper. Jörg Längert liegt hier mit 104 im Mittelfeld. Matthias Everts auf Geschwindigkeit getrimmte „Loki“ hingegen hat nur 88 Yardsticks und er hat auch noch Pech mit dem Blister. Voll gesetzt zieht der ein Boot wie Turbos ein Auto, doch das große Tuch hat sich am Vorstag verwickelt. Lange kämpft die Crew, bis sie es wieder frei bekommt, wertvolle Zeit und Meter gehen verloren.
Zweimal muss das Dreieck abgesegelt werden, 14 Kilometer auf direktem Weg. Etwa eineinhalb Stunden hat die Regattaleitung veranschlagt. Sechs Minuten weniger braucht Jörg Längert, bis er als Erster die Ziellinie quert. Zwei Stunden später nimmt er mit seiner jubelnden Frau Christiane den Pokal von Bürgermeister Michael Sack und dem Vereinsvorsitzenden Karsten Grube entgegen, ebenso gewinnt er nach Yardsticks. „Wir hatten tollen Wind, schönes Wetter“, findet Karsten Grube am Ende.



Pokal nach Yardsticks:
1. „Casita“, Jörg Längert (Loitz)
2. Thorsten Bidlo, „No Limit“ (Dargun)
3. Axel Neumann, „Windjager“, DargunSchnellstes Schiff:
1. Jörg Längert
2. Matthias Warnke, „Noreia“ (Loitz)
3. Axel Neumann

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