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Abgezockte Eisbären machen ersten Titel-Hattrick perfekt

So feiern Sieger: Eisbären-Jubel über die erneute Meisterschaft. [KT_CREDIT] FOTO: Daniel Reinhardt
So feiern Sieger: Eisbären-Jubel über die erneute Meisterschaft. [KT_CREDIT] FOTO: Daniel Reinhardt

VonManfred Hönel

Und am Ende der Saison feiern doch die Berliner: Wieder einmal haben die Hauptstädter den Eishockey-Meisterpokal erkämpft.

BERLIN.Abgezockt zum nächsten Meilenstein: Titelverteidiger Eisbären Berlin hat seinen Beutezug im deutschen Eishockey fortgesetzt und den ersten Titel-Hattrick der Klubgeschichte gefeiert. Der erneut gnadenlos effektive DEL-Rekordchampion setzte sich im vierten Finalspiel gegen die Kölner Haie mit 4:1 (1:0, 2:1, 1:0) durch und sicherte sich den dritten Meistertitel in Serie.
Der insgesamt siebte Titel der Berliner in neun Jahren unterstrich eindrucksvoll die Vormachtstellung des erfolgreichsten deutschen Klubs in diesem Jahrtausend. Coray Locke (9.), Play-off-Topscorer Julian Talbot (32. und 48.) und Travis James Mulock (35.) sorgten mit ihren Treffern vor 14200 Zuschauern für Berlins 3:1-Sieg in der best-of-five-Serie und beendeten zugleich einen kuriosen Heimfluch: In den sieben Saisonduellen zwischen beiden Teams zuvor hatte jeweils die Auswärtsmannschaft gewonnen. Für Köln traf lediglich Rok Ticar zum zwischenzeitlichen 1:1 (25.). Haie-Coach Uwe Krupp verpasste somit seinen ersten Meistertitel als Trainer. Sein Berliner Kollege Don Jackson führte die Eisbären dagegen zum fünften Titel seit seinem Amtsantritt 2007. Der Vertrag des Amerikaners läuft aus, Gerüchten zufolge besitzt er aber durch den Titelgewinn eine vertraglich zugesicherte Option zur Verlängerung.
Bereits drei Minuten vor der Schluss-Sirene setzte der tausendstimmige Fanchor „Olé ,olé, Deutscher Meister EHC!“ Der Jubel schwoll zum Orkan, als DEL-Geschäftsführer Gernot Tripke, den Eisbären zum siebenten Mal in den vergangenen elf Jahren die Meisterpokal überreichte. „Das ist eine große Stunde für uns. Ich war bei allen sieben Meistertiteln dabei. Der heutige ist für mich am wertvollsten“, schwärmte EHC-Kapitän André Rankel und begründete dann seine Meinung: „Wir haben mit Regehr, Stephan Ustorf und Sven Felski wertvolle Spitzenspieler verloren. Uns hat kaum einer den Titel zugetraut. Aber wir haben zusammengehalten und uns geschworen. Wir führen den Weg fort, den unsere Vorgänger begonnen haben.“ Dann ließ der Crack aus Neu-Lindenberg den Goldschnitzelregen über sich ergehen. Danach drehte er mit seinen Mannschaftskameraden die x-te Ehrenrunde. Von den
14200 Zuschauern wich und wankte keiner. Die Eisbären-Hymne der Puhdys – „He, wir wollen die Eisbären sehen….“ – schien von einem Endlos- Band zu laufen. Berlin im Ausnahmezustand.

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