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Baxmann als Play-off-Monster

Von unserem Mitarbeiter
Manfred Hönel

Finale erreicht! Zum achten Mal innerhalb der vergangenen elf Jahre stehen die Berliner Eisbären im Endspiel um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft.

Berlin.Der Eisbären können jetzt eine kurze Verschnaufpause einlegen. Erst am nächsten Sonntag müssen sie in Köln (3:0-Sieger nach drei Spielen über Wolfsburg) im ersten Final-Match gegen die Haie ran. Die Berliner legten im Halbfinale „Best of Five“ die kürzeste Serie hin, die möglich ist. Mit drei Siegen zog der Titelverteidiger in die Schlussrunden. Vor 8029 Zuschauern in der ausverkauften Königs-Arena von Krefeld ließen die Berliner am Sonntag nichts anbrennen. Sie führten bereits nach dem ersten Drittel mit 2:0 durch Tore von Frank Hördler und Barry Tallackson. Am Ende gewannen die Berliner zwar knapp aber verdient mit 4:3 (0:2,2:1, 1:1) durch zwei weitere Tore von Baxmann und Florian Busch.
Jens Baxmann zeigte, warum sie ihn neuerdings im EHC-Team das Play-off-Monster nennen. In den bisherigen neune Play-off-Spielen donnerte er bereits viermal die Scheibe in die Maschen. „Baxi ist ein ganz solider Spieler. Er kann sich selbst genau einschätzen, macht keinen Schritt zu viel – aber auch keinen zu wenig. Baxmann spielt unauffällig in den entscheidenden Momenten jedoch sehr effektiv“, schwärmte EHC-Trainer Don Jackson.
Nicht nur Baxmann scheint bei diesen Play-offs wie verwandelt. Nach einer eher durchwachsenen Saison mit dem vierten Tabellenrang der Vorrunde blühen Spieler wie James Arniel und Corey Locke richtig auf. Durch die wieder genesenen Laurin Braun und Matt Foy formierte Don Jackson eine vierte Reihe, die den Krefeldern besonders beim 5:2-Sieg am Freitag in Berlin gewaltig einheizte. Pinguin-Trainer Rick Adduono gab denn auch zu: „Egal, welche Reihe von Berlin auf dem Eis ist. Die Stürmer sind alle torgefährlich.“
Die Rolle als „Aushilfskellner“ in der Abwehr verkraftete Julian Talbot ganz offensichtliche ohne Nachwirkungen. In den beiden letzten Spielen brachte es der reaktivierte Stürmer auf insgesamt fünf Punkte (ein Tor und vier Vorlagen). „Wenn du mit solchen Jungs spielst, kannst du auch den Titel verteidigen“, verbreitet EHC-Kapitän André Rankel Optimismus.
Constantin Braun, eine feste Größe im Eisbären-Spiel, wuchs in diesen Play-off-Runden zum Puck-Riesen heran. Er sorgte nicht nur vor der EHC-Kiste für saubere Verhältnisse, sondern tat sich besonders gegen Krefeld mit drei Torvorlagen und einem Treffer im zweiten Halbfinale hervor. „Constantin trug mit seiner Spielweise sehr zur Stabilisierung unserer Abwehr bei. Er half, beim zweiten Spiel die Weichen für das Finale zu stellen.“, lobte Jens Baxmann. Die kompakte Abwehrformation entdeckten die Eisbären gerade zur rechten Zeit.
„Wir haben unsere Fehler aus der Vorrunde analysiert und daraus bei den Play-offs bisher das Beste gemacht“, erklärte Braun. Seine Cleverness wird nun gerade bei den Final-Matches gefragt sein, denn die Kölner bieten nicht nur die National-Stürmer John Tripp, Felix Schütz und Philip Gogula auf, sie bauen auch auf NHL-Profi Marco Sturm, der eigens für die Play-offs verpflichtet wurde.

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