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Bayern-Fanclub mitten im Reich von Schwarz-Gelb

VonWolfgang Dahlmann

In Dortmund hat sich jetzt eine Rote Zelle gegründet, die das Finale der Champions League am liebsten in London oder beim Public Viewing in München sehen möchte.

Dortmund.Der Bayern-Fanclub „Rote Zelle Dortmund“ lebt im Herzen des Champions-League-Finalgegners Borussia Dortmund. Der Club ist neu. Im Winter ist die Rote Zelle um den Vorsitzenden Frank Birkefeld in die Liste der offiziellen Bayern-Fanclubs aufgenommen worden. Die offizielle Club-Adresse liegt bedenklich nahe am Stadion der Borussen – Luftlinie einen Kilometer entfernt vom Signal-Iduna-Park mitten auf dem Weg zur Innenstadt. Das ist das Kreuzviertel, da, wo sich Schwarz-Gelb vorm Spiel erst mal ein Pils auf der Straße genehmigt.
Mit Borussen hat es Birkefeld nicht nur vor der Haustür zu tun. Das fängt schon in der Familie an. Ehefrau Jennifer hält es mit der Borussia. Der Vater hatte beim BVB zu Zeiten von Eike Immel schon in der Jugend dort im Tor gespielt. Töchterchen Ida (3) ahmt der Mutter nach. Die sechsjährige Jana hält es eher mit dem Vater, mag aber auch den anderen Opa so sehr, dass sie gelegentlich zu Königsblau schwenkt. Frank Birkefelds Vater ist Schalker. Wie sieht es mit gemeinsamen Fußballabenden im erweiterten Familienkreis aus? „Fehlanzeige“, meint Jennifer Birkefeld. „Das lassen wir bleiben.“ Für Papa Frank sind die Vorlieben seiner Lieben kein Problem – zumindest nicht die schwarz-gelben Ambitionen. „Ich war in meinem Leben öfter im Dortmunder Stadion als im Münchner“, bekennt der 43-Jährige.
Zusammen mit 24 Mitstreitern machte Birkefeld vergangenes Jahr Nägel mit Köpfen und gründete die Rote Zelle. „Wir haben uns nach dem verlorenen Finale gegen Chelsea gesagt, wir müssen selbst ins Stadion gehen, damit das anders wird.“ Die Club-Idee war geboren. Die Zelle hat sich um Karten für das Finale in Wembley beworben. Das können bei den Bayern nur Fanclubs und Mitglieder. Klappt Wembley nicht, liebäugelt Frank Birkefeld mit Public Viewing – in München, versteht sich.

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