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Bayern oder Borussia: Wer feiert eine magische Nacht?

VonGünter Bork

Das Finale der Champions League zwischen Borussia Dortmund und Bayern München wird durch Details entschieden. Die Schlüsselduelle könnten auf den Flügeln stattfinden.

London.Bei der Anreise zum „German Endspiel“ der Champions League hatte Bayern München die Nase vorn. Die Maschine mit der Mannschaft des deutschen Rekordmeisters an Bord kam am Freitag pünktlich um 12.30 Uhr MESZ (11.30 Uhr Ortszeit) in London an. Der BVB, der stilgerecht von Gate «09» am Flughafen in Dortmund seine Reise antrat, erreichte gegen 14.45 Uhr (13.45 Uhr Ortszeit) am Flughafen Stanstead.
Im Gepäck der Trainer auch die Taktiktafeln: Weltstars aus Frankreich und den Niederlanden gegen ein kongeniales deutsch-polnisches Duo. Oder besser: Franck Ribéry und Arjen Robben gegen Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer – die Zweikämpfe auf den Außenpositionen könnten heute im Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund auf dem heiligen Rasen des Londoner Wembley-Stadions über den Triumph entscheiden.
Es wird einer der wichtigsten Schachzüge von BVB-Trainer Jürgen Klopp sein, das Arbeitsgebiet der beiden offensiven, dribbel- wie schussstarken offensiven Mittelfeldspieler der Bayern auf wenige Quadratmeter einzugrenzen. Schwer genug, aber doch machbar – wie die letzten Spiele der beiden Erzrivalen zeigten. „Völlig aus dem Spiel nehmen kann man die beiden jedoch kaum“, sagt Klopp. Aber er weiß auch um die Stärke seiner Sachbearbeiter auf den defensiven Außenpositionen. Mit energisch geführten Zweikämpfen beeindruckte Nationalspieler Schmelzer den Niederländer Robben in der Vergangenheit schon häufiger - und nicht nur er. „Wir haben es fast immer geschafft, die offensiven Außen zu doppeln“, sagte Schmelzer und meinte die Unterstützung aus dem Mittelfeld, sprich durch Kevin Großkreutz, der höchstwahrscheinlich auch heute sein Partner auf der linken Seite sein wird. „Sobald er den Ball hat, wird er von zwei, drei Spielern attackiert. Wichtig ist, nicht nur seinen Laufweg, sondern auch seine Passwege zuzustellen“, sagte Schmelzer. Allerdings weiß der 25-Jährige auch um die Neigung von Robben zu gewisser Fallsucht und Theatralik. Eingestellt haben sich die Borussen aber besonders auf jene Finte, bei der der niederländische Nationalspieler aus der Außenposition rund 20 Meter vor dem Tor nach innen zieht und die Lücke zum erfolgreichen Torabschluss sucht. Unberechenbarer ist Ribéry, Torschütze und exzellenter Vorbereiter, der seine wohl beste Saison bei den Bayern spielt. Den schnellen Techniker auszuschalten, darüber muss sich vor allem Piszczek Gedanken machen. Aber wer in der Champions-League-Saison gleich viermal Madrids ehemaligen Weltfußballer Cristiano Ronaldo in Schach gehalten hat, dürfte auch mit dem nötigen Selbstbewusstsein gegen Ribéry antreten. Der 30 Jahre alte französische Nationalspieler brachte dem Polen schon in der Vergangenheit viel Respekt entgegen. „Er ist ein guter Spieler, macht viel offensiv. Er läuft viel und ist schnell“, sagte Ribéry. Zudem spiele Dortmund „kompakt und defensiv“. Und meinte damit auch Piszczeks Unterstützung durch dessen Landsmann Jakub Blaszczykowski. „Wenn wir alle gemeinsam unsere Arbeit machen, hat es jeder Gegner schwer“, sagte Piszczek.

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