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Beatles-Fan Vettel feiert mit Stones

Sebastian Vettel mit Siegerfaust. [KT_CREDIT] FOTO: ADRE PICHETTE
Sebastian Vettel mit Siegerfaust. [KT_CREDIT] FOTO: ADRE PICHETTE

VonElmar Dreher

Der Weltmeister zieht im Titelrennen so langsam auf und davon. Getrübt wird Vettels Siegesfreude von der Nachricht vom Tod
eines Streckenpostens.

Montréal.Nach dem ersehnten Kanada-Triumph ließ es Champion Sebastian Vettel so richtig krachen. Erst Vorglühen auf der spontanen Red-Bull-Teamparty, dann zum Konzert der Rolling Stones. Obwohl der Pop-Fan die sanftere Musik der Beatles bevorzugt, ließ er sich den Auftritt der Rocklegenden um Mick Jagger nicht entgehen. Wie alle Formel-1-Fahrer war auch Vettel zu dem Event im Bell Center von Montréal eingeladen.
Zum Feiern hatte Vettel wahrlich Grund. Im fünften Anlauf schaffte es der Red-Bull-Pilot erstmals, auf dem berühmten Circuit Gilles Villeneuve zu gewinnen. Es war der erste Sieg für Vettel und Red Bull in Nordamerika. „Ich bin sehr, sehr glücklich. Es war für uns sehr wichtig, dieses Rennen zu gewinnen. Ich bin sehr stolz darauf“, sagte Vettel nach der Premiere. „Es ist toll, dass wir diesen weißen Fleck jetzt getilgt haben.“ Mit der Partystimmung war es jedoch vorbei, als der Weltverband am Abend den Unfalltod eines Streckenpostens bestätigte. Der Helfer war bei der Bergung des Sauber-Autos von Esteban Gutierrez gestürzt und von einem Kranwagen überrollt worden.
„Sehr, sehr traurig“ mache ihn diese Nachricht, ließ Vettel mitteilen. „Heute gibt es nichts zu feiern“, twitterte Ferrari-Mann Fernando Alonso. Der Spanier hatte im Rennen mit furiosen Manövern noch Platz zwei gerettet, der dominante Vettel war aber auch für ihn unerreichbar. „Vettel ist in der Form seines Lebens“, urteilte das spanische Blatt „As“. Und der Schweizer „Blick“ befand, Vettel habe eine „Ohrfeige für die Gegner“ verteilt.
Mit seinem dritten Sieg im siebten Saisonlauf baute der Hesse den Vorsprung auf die Verfolger weiter aus. Der WM-Spitzenreiter aus Heppenheim hat nun 132 Punkte und damit 36 Zähler vor dem neuen Gesamtzweiten Alonso (96). Kimi Räikkönen (88) erlitt mit Rang neun einen Rückschlag und liegt 44 Punkte zurück. Der finnische Lotus-Pilot ist damit vorerst aus dem Titelrennen, wie er selbst einräumte.
„Sie sind zu stark“, urteilte er über die Kombination Vettel/Red Bull. Vettel bremste dennoch vor Euphorie. „Die WM ist noch lang. Es kann noch so viel passieren.“ Und Alonso sieht keinen Grund zu Resignation, obwohl er weitere sieben Zähler auf den deutschen Dreifach-Weltmeister verloren hat. „Der zweite Platz schmeckt ein bisschen wie ein Sieg. Das ist sehr, sehr gut, auch im Hinblick auf die WM“, frohlockte der Ferrari-Fahrer trotz der deutlichen Niederlage. Vettel hatte nach für ihn ziemlich lockeren 70 Runden 14,408 Sekunden Vorsprung auf den Spanier. „Sebastian hat den Sieg verdient, aber die Saison ist noch lang“, sagte Alonso gelassen.

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