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Berliner Gier nach Erfolg: Eisbären gehen auf Hai-Fang

Von unserem Mitarbeiter
Manfred Hönel und sid

Wenn der Druck am
größten ist, drehen die Play-off-Experten aus der Hauptstadt regelmäßig auf. Das ist auch ihre große Hoffnung im Finale gegen
die Kölner Haie.

Berlin.Mit eindringlichen Worten schwor Trainer Don Jackson sein Team an der Taktiktafel ein, danach schlugen die Spieler mit den Stöcken aufs Eis und machten sich mit lautstarken Anfeuerungsrufen zum Training auf. Keine Frage: Die Eisbären Berlin fiebern dem Finale in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen die Kölner Haie entgegen. Die Krisenstimmung aus der Hauptrunde ist längst vergessen, die Play-offs haben wieder einmal bewiesen: Wenn es ernst wird, ist auf die Eisbären Verlass. „Wir sind sehr, sehr heiß. Dass wir sechs Meistertitel gewonnen haben, ist egal. Das ist Vergangenheit. Wir wollen jetzt den nächsten holen“, sagte Nationalstürmer André Rankel vor dem Finalauftakt am Sonntag in Köln.
Diese Berliner Gier nach Erfolg ist die größte Sorge der Haie. „Sie sind kampferprobt, play-off-erprobt, sie wissen, wie man Meisterschaften gewinnt“, warnte Kölns Trainer Uwe Krupp. Fakt ist: Keine andere Mannschaft der Liga verfügt über so viel Erfahrung im Titelkampf wie der DEL-Rekordchampion, der in den vergangenen acht Jahren sechs Meistertitel gewann. Spieler wie Rankel, Constantin Braun oder Florian Busch haben in etlichen K.o.-Spielen schon fast alle erdenklichen Situationen erlebt - und meistens erfolgreich gemeistert. Beleg für die Berliner Nervenstärke ist, dass das Team auf dem Weg zum diesjährigen Finale sechs seiner insgesamt sieben Siege mit nur einem Tor Vorsprung holte. Für Krupp haben die Eisbären sogar Vorbildcharakter. „Sie haben dem deutschen Eishockey in den letzten zehn Jahren wie keine andere Mannschaft den Stempel aufgedrückt“, lobte der ehemalige Bundestrainer den Vorrundenvierten: „Berlin ist Vorbild für das gesamte deutsche Eishockey.“ Auch er selbst habe sich bei den Eisbären etwas abgeguckt: „Wenn du wie wir einen Neuaufbau machst, schaust du natürlich nach Berlin.“ Für Coach Jackson ist der Grund für die Abgeklärtheit relativ einfach: „Wenn der Puck fällt, spielen wir Eishockey. Das ist alles, worauf wir uns konzentrieren.“ Vielleicht half in diesem Jahr auch ein Video-Trick des Trainers. Vor dem Play-off-Start schauten sich die Spieler einen Zusammenschnitt der besten Aktionen der Hauptrunde an, in dem Video kamen auch Grußbotschaften von Fußballern der Hertha und von Union, von Alba-Basketballprofis und von Handballern der Füchse Berlin. „Das war ein Extra-Ansporn“, sagte Rankel. Dass die Nervenstärke der Eisbären aber auch Grenzen hat, zeigte sich beim Fan-Boykott im Viertelfinale gegen „Bruder-Klub“ Hamburg Freezers. Ohne die Unterstützung der Anhänger tat sich der amtierende Champion sehr schwer.

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