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Borussia zwischen Tränen und Stolz

Mats Hummels (rechts), Ilkay Guendogan (Mitte) und Moritz Leitner verfolgen die Bayern-Fete. [KT_CREDIT] FOTO: Andreas Gebert
Mats Hummels (rechts), Ilkay Guendogan (Mitte) und Moritz Leitner verfolgen die Bayern-Fete. [KT_CREDIT] FOTO: Andreas Gebert

London.Als sich die Verlierer im Natural History Museum gleich hinter dem riesigen Dinosaurier-Skelett den rund 1400 geladenen Gästen präsentierten, erfüllte tosender Applaus die 153 Jahre alte Location im Londoner Stadtteil South Kensington. Dort wollte Borussia Dortmund eigentlich den zweiten Gewinn der Champions League nach 1997 feiern. Doch statt des Triumphmarsches begleiteten sie Beatles-Hits auf die Bühne. Die Tränen der Spieler nach dem Abpfiff waren zwar inzwischen getrocknet, der Stachel der Enttäuschung über die 1:2 (0:0)-Niederlage gegen Bayern München saß aber immer noch tief und wird noch lange schmerzen. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke versuchte die schwarz-gelben Party in Schwung zu bringen, als er trotzig ins Mikrofon rief: „Es fühlt sich immer noch scheiße an, dass wir nicht gewonnen haben. Aber wir haben uns teuer verkauft und ganz Europa gehörigen Respekt abgenötigt. Und im nächsten Jahr werden wir noch einmal ganz massiv angreifen.“ Einige der BVB-Profis registrierten die Worte mit einem gequälten Lächeln. Zwei Stunden zuvor mussten sie mit ansehen, wie der Erzrivale die begehrteste Trophäe im Klub-Fußball in den Londoner Nachthimmel stemmte. Einige Borussen wandten sich mit feuchten Augen demonstrativ ab, als UEFA-Boss Michel Platini Bayern-Kapitän Philipp Lahm den „Henkelpott“ überreichte. Die Borussen hatten eine starke Vorstellung und den Münchnern bei ihrer dritte Finalteilnahme innerhalb von vier Jahren lange Paroli geboten, teilweise sogar das Spiel dominiert. Doch am Ende standen sie frustriert und traurig mit leeren Händen da, hatten allenfalls viele Sympathien gewonnen. „Ich respektiere die Niederlage. Bayern hat zwei Tore gemacht, wir nur eins. Ich werde noch ein wenig brauchen, bis ich den Stolz fühlen kann, der in mir schlummert. Es tut eben weh, wenn man es so knapp nicht schafft“, sagte Trainer Jürgen Klopp. Auch er kämpfte mit den Tränen. Man habe eine tolle Saison gespielt. „Und wir werden zurückkommen. Das Finale in Berlin 2015 wäre ein guter Ort und eine gute Zeit dafür“, so Klopp.

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