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Borussias Spiel des Jahres ist auch ein Spiel mit dem Feuer

Von dpa-Korrespondet
Heinz Büse

Neun Spiele, keine Niederlage – die Dortmunder haben in der Champions League bisher für Furore gesorgt. Nun winkt dem Club nach langer Abstinenz die große Chance auf eine Rückkehr
in das Halbfinale.

Dortmund.Das Spiel des Jahres wird zum Spiel mit dem Feuer – bei Borussia Dortmund schwankt die Stimmung zwischen Vorfreude und Nervenflattern. Denn die Westfalen benötigen zumindest ein Tor – und möglichst keinen Gegentreffer –, um zum insgesamt dritten Mal und erstmals seit 15 Jahren in den erlauchten Kreis der Halbfinalisten der Königsklasse einzuziehen. „Wenn ich mir vorstelle, was das für ein Halbfinale wäre mit dem FC Barcelona, mit Real Madrid und Bayern München – dann könnte man mit Fug und Recht sagen: Wir zählen zur Creme des europäischen Fußballs“, schwärmte Klub-Boss Hans-Joachim Watzke.
Die Meisterschaft war gestern, der Fokus der entthronten Borussen liegt klar auf der Champions League. Und hier benötigt der BVB nach dem 0:0 in Andalusien im Viertelfinal-Rückspiel heute gegen den FC Malaga einen Sieg, „denn die Reise soll weitergehen“ (Trainer Jürgen Klopp). Die Bühne der seit Wochen mit 65829 Zuschauern ausverkauften Arena ist für das große Fußball-Fest bereitet. „Wir müssen alles machen wie im Hinspiel“, ergänzte Geschäftsführer Watzke im kicker, „nur sollten wir ab und zu mal den Ball reinschießen.“ Und bemühte sogleich die Historie: „Wir haben eine sehr gute Chance, das Halbfinale zu erreichen. Denn 1998 haben wir im Viertelfinal-Hinspiel auch 0:0 gespielt – und haben die Bayern dann mit 1:0 in der Verlängerung bezwungen.“ Anschließend war jedoch gegen Real Madrid Endstation (0:2 und 0:0). Die Ausgangsposition gegen Malaga sei vielversprechend, „aber auch gefährlich“, warnte Kapitän Sebastian Kehl. Coach Klopp lässt keine Gelegenheit aus, um vor dem Gegner zu warnen, wenngleich die Spanier am vergangenen Mittwoch mit dem Remis gut bedient waren, weil Mario Götze und auch Robert Lewandowski selbst beste Chancen ausließen und eine Vorentscheidung verpassten. Nationalspieler Sven Bender fordert taktische Disziplin und kühlen Kopf, „wir müssen die Balance zwischen Offensive und Absicherung finden“. Ur-Borusse Kevin Großkreutz versprach den Fans: „Wir rocken das Stadion.“
Sicherlich wird Malaga, das neben Juventus Turin bisher die wenigsten Gegentore (jeweils sechs) kassierte, versuchen, mit Kontern für die Überraschung zu sorgen. Auch durch die Statistik, in der für die Boquerones die wenigsten Torschüsse und die höchste Fehlpassquote aller Viertelfinalisten zu Buche steht, lassen sich die Borussen nicht blenden. „Niemand glaubt, dass das ein Selbstläufer wird“, äußerte Watzke.
Allerdings haben die Borussen alle Heimspiele des Wettbewerbs gewonnen und sind nach den bisherigen neun Spielen als einziges Team noch immer ungeschlagen.

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