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Dänen-Trainer Olsen nach Armenien-Debakel vor Aus

Dänemarks William Kvist (links) kann den Armenier Henrikh Mkhitaryan (Mitte) auch nicht halten. [KT_CREDIT] FOTO: JENS NOERGAARD
Dänemarks William Kvist (links) kann den Armenier Henrikh Mkhitaryan (Mitte) auch nicht halten. [KT_CREDIT] FOTO: JENS NOERGAARD

VonDaniel Stolpe

Diese Klatsche kommt völlig überraschend. Nach dem
0:4 gegen den Fußballzwerg kann Dänemark die WM 2014 in Brasilien eigentlich
schon abhaken.

Kopenhagen.Morten Olsen ist seit mehr als 20 Jahren Trainer, an eine solche Blamage konnte aber auch er sich nicht erinnern. „Die Niederlage ist zu 100 Prozent meine Verantwortung. Für mich ist es unverständlich. Wenn ich jetzt zurückdenke, dann war das mein schlimmster Abend als Trainer“, sagte er über das 0:4 (0:2) seiner dänischen Fußball-Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen Armenien.
Die Chancen des Landes, im kommenden Jahr an der Weltmeisterschaft in Brasilien teilzunehmen, sind nach diesem unerwarteten Heim-Debakel fast auf dem Nullpunkt angekommen. „Nach so einem Spiel haben wir bei der WM wohl nichts zu suchen“, gestand Olsen. „Ich hatte großen Optimismus vor dem Spiel. Aber nun nicht mehr. Wenn wir es realistisch betrachten, dann wird es schwierig mit den Punkten, die wir noch sammeln können.“
Mit sechs Punkten liegt Dänemark in der Qualifikationsgruppe B acht Punkte hinter Tabellenführer Italien. Selbst Armenien steht in der Gruppe nun besser da als der EM-Teilnehmer von 2012, und nur Malta (3) ist noch schlechter.
Die Fußball-Kommentatoren des Landes sind sich deshalb einig: Olsen, der Dänemarks Auswahl seit 2000 betreut und dessen Vertrag noch bis nach der WM 2014 gültig ist, ist als Nationaltrainer am Ende. Der Kommentator von „Berlingske“ hielt fest: „Die Anstrengungen gegen die Armenier waren hässlich und historisch peinlich. Ich kann mich nicht erinnern – obwohl ich wirklich darüber nachdenke – eine schlechtere Leistung in einem wichtigen Länderspiel in den 13 Jahren gesehen zu haben.“
Es hatte schon desaströs begonnen: Nach gerade einmal 27 Sekunden leitete ein Lapsus des beim VfL Wolfsburg unter Vertrag stehenden Innenverteidigers Simon Kjaer das 0:1 durch Jura Mowsisjan ein, der in der 59. Minute erneut traf. Aras Ozbiliz (19.) und Henrik Mkhitarjan (82.) erzielten die weiteren Tore für den Außenseiter. Die Zeitung „Politiken“ fasste den traurigen Ist-Zustand so zusammen: „Tschüs Copacabana! Tschüs Morten Olsen!“
Besser machten es die Schweden: Zlatan Ibrahimovic richtete eine klare Ansage nach dem 2:0-Sieg gegen Färöer: „Wir werden am Ende Zweiter sein.“ Um diese Aufgabe zu meistern, brauchen die Skandinavier vor allem eins: Ibrahimovic’ Tore. Mit seinen beiden Treffern gegen die Insel-Kicker stockte er sein Nationalmannschaftskonto auf 41 Treffer auf. Das klare Ziel des Stürmerstars von Paris St. Germain: Sven Rydells Rekord von 49 Toren.

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