Nordkurier.de

Der „Professor“ und sein Ring

Das Teterower Bergringrennen auf der schönsten Grasbahn Europas. [KT_CREDIT] Foto: Udo Zander
Das Teterower Bergringrennen auf der schönsten Grasbahn Europas. [KT_CREDIT] Foto: Udo Zander

Von unserem Mitarbeiter
Hans-Werner Ruge

Viele fleißige ehrenamtliche Helfer sind Jahr für Jahr auf der Teterower Grasbahn und in der Bergring-Arena unterwegs, um die gewaltigen Spektakel auf die Beine zu stellen.

Teterow.Mit der Junioren-WM im Speedway hat in der Teterower Bergring-Arena die Rennsaison begonnen. Viele treue Helfer waren und sind im Einsatz, um die Bahnsport-Spektakel auf und neben der schönsten Grasbahn Europas zu organisieren. Denn nun gilt es, das berühmte internationale Bergring-Rennen zu Pfingsten vorzubereiten.
Als unermüdlicher Helfer ist auch der Teterower Frank Schröder in Sachen Bahnsport unterwegs. Zuletzt nahm der 45-Jährige den verantwortungsvollen Posten als Chef des Fahrerlagers und Vorstarter bei der Junioren-WM wahr.
Schröder gilt in Motorsportkreisen als wandelndes Lexikon in Sachen Bahnsport. Es gibt kaum ein Rennergebnis, das er nicht auf Anhieb nennen oder einem Jahr zuschreiben kann. Er kennt alle Fahrer, hat stets einen Kommentar oder eine Beschreibung parat. Nicht umsonst wird der Mann „Professor“ genannt. Wie bei vielen Teterower Jungs wurde ihm die Liebe zum Motorsport, zum Methanolgeruch, schon mit der Muttermilch eingeimpft. Der Bergringstädter Adolf Sulz, dessen Sohn Schröders Kumpel war, wurde für den Zehnjährigen dank seines legendären und erfolgreichen Fahrstils auf dem Ring zum Idol. Der Bahnsport faszinierte fortan Frank Schröder,
der Bergring sowieso. Stolz schwenkte er später als Jugendlicher die Fahne, die er als Streckenbeobachter auf Europas großartigster Grasbahn als Signal zu bedienen hatte. Der Lübbenauer Dietmar Lieschke, den Schröder auch heute noch als absoluten Bergringkönig nach dessen insgesamt sieben Pokalsiegen beschreibt, faszinierte ihn ebenso wie der einheimische Thomas Diehr Anfang der 90er-Jahre mit seinen legendären Triumphen über den genialen Engländer
Simon Wigg.
Schröder wollte aber nicht nur als Edelfan hinter der Bande stehen, er wollte mitmischen, nahe dran sein an den Matadoren. Also wurde er Mitglied beim MC Bergring, zu Beginn als Helfer für alles. Auch auf den Rennstrecken in Güstrow, Stralsund, Wittstock, Neuenknick oder Wolfslake schätzte man mittlerweile die ständige Hilfsbereitschaft des „Mannes für
alle Fälle“.
Ein absolutes Muss für den „Bahnsportverrückten“ sind zudem seit 1986 die Goldhelmrennen im tschechischen Pardubice. Dort konnte er auch schon vor der Wende die internationalen Stars hautnah erleben – später ebenso in der lang herbeigesehnten Teterower Speedway-Arena. Im Bergring-Fahrerlager muss Schröder mit drei weiteren Helfern zu Pfingsten alljährlich über einhundert Teams geordnet unterbringen – die Crosser, die Quads, die „verrückten“ Seitenwagenpiloten und die Königsklasse mit der I-Lizenz. Schröder begrüßt sie alle per Du. Den Schweriner Guido Skoppek als Moto-Cross-Seriensieger auf dem Ring nennt Frank Schröder als Paradebeispiel für einen kameradschaftlichen und stets kooperativen Sportfreund.
Im Fahrerlager erlebt Schröder Jahr für Jahr alles hautnah, die Hochspannung der Aktiven vor dem Start, den unbeschreiblichen Jubel nach dem Erfolg, die Enttäuschung bei knappen Niederlagen. Ohne Männer wie Frank Schröder, die sich ehrenamtlich Woche für Woche einbringen und ihre Leidenschaft leben, wäre nicht nur der Bahnsport undenkbar.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×