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Deutsche Volleyballer hoffen auf perfekten Sommer

Volleyball-Bundestrainer Vital Heynen [KT_CREDIT] Foto: dpa
Volleyball-Bundestrainer Vital Heynen [KT_CREDIT] Foto: dpa

Von dpa-Korrespondent
Martin Moravec

Bundestrainer Vital Heynen hat insgesamt 14 Neulinge in seinen vorläufigen Kader berufen.

Stuttgart.Vital Heynen treibt den Umbruch im deutschen Volleyball vehement voran. Der Bundestrainer der Männer berief in seinen vorläufigen Kader für dieses Länderspieljahr 14 Neulinge. Von der Olympia-Mannschaft, die 2012 in London Fünfter wurde, stehen ihm nur fünf Athleten für den kompletten Sommer zur Verfügung. „Mit London 2012 ist die Periode einer sehr erfolgreichen Mannschaft zu Ende gegangen. Nun sind wir gefordert, die Zukunft zu gestalten und ein schlagkräftiges Team auf dem Weg nach Rio de Janeiro 2016 zusammenzustellen“, begründete Heynen den personellen Umbruch. Der 43-Jährige plant für diese Saison mit einem vorläufigen Aufgebot von insgesamt
31 Spielern.
Zur Einstimmung auf diese Saison bittet Heynen am
1. Mai nach Kienbaum nahe Berlin. „Ich plane zum Lehrgangsstart mit zwölf bis
13 Spielern, einige werden ja noch in den Play-offs gebunden sein und später dazustoßen“, sagte Heynen, der seit Ende Februar 2012 die DVV-Männer trainiert. Fehlen werden in Kienbaum definitiv Georg Grozer, Simon Tischer und Sebastian Schwarz. Die Olympia-Fünften werden die World League auslassen, um zu regenerieren.
Aus dem Londoner Team stehen nur Lukas Kampa, Marcus Böhme, Denis Kaliberda, Jochen Schöps und Markus Steuerwald die komplette Saison zur Verfügung. Trotz der beiden Großereignisse in diesem Jahr, World League vom 31. Mai bis 21. Juli und EM vom 20. bis 29. September in Dänemark und Polen, ein deutlicher Fingerzeig. „Wenn man erfahren will, welche Spieler die Nationalmannschaft langfristig stützen können, ist dieser Sommer perfekt“, sagte Heynen. Schließlich stehen 2014 schon die Qualifikation für Rio de Janeiro und zudem die WM auf dem Programm.
Heynen will nun Nachwuchsleute wie Simon Hirsch, Tom Strohbach und Paul Sprung testen. Perspektivisch ist auch die Nominierung von Salvador Hildalgo gedacht. Der Kubaner, der früher für den SCC Berlin schmetterte und heute in China aktiv ist, signalisierte mehrfach seine Bereitschaft, für die DVV-Männer aufzulaufen zu wollen. Der DVV hat beim Weltverband FIVB die Freigabe des 27 Jahre alten Außenangreifers erbeten. Ausgang offen. Heynen kann trotz Reformwillens erfahrene Leute gebrauchen. Denn der Belgier hat auch wichtige Spieler verloren. Der prominenteste ist sicher der ehemalige Kapitän Björn Andrae, der im Februar seinen Abschied erklärte. „Der letzte Sommer gehört nicht zu meinen schönsten. Vital und ich sind uns einfach nicht ,grün‘, und von daher werde ich wohl unter ihm auch kein Nationaltrikot mehr anziehen“, sagte der 32-Jährige vom russischen Club Kemerowo. „Wenn jemand jahrelang Stammspieler ist, und dann auf einmal nur noch einen geringen Anteil in den Partien hat, ist es doch verständlich, dass es nicht sein schönster Sommer war“, sagte Heynen, der Andrae wegen Knieblessuren und Anpassungsproblemen an sein System zunehmend außen vor gelassen hatte: „Ich habe aber kein Problem, in Zukunft wieder mit ihm zusammenzuarbeiten.“

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