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DFB-Mannschaft mit Pleite statt Rekord gegen USA

VonTh. NiklausundH. Schmidt

Blamage statt Rekord: Ausgerechnet Jürgen Klinsmann hat der deutschen Fußball- Nationalmannschaft und Bundestrainer Joachim Löw gründlich den Saison- abschluss verdorben.

WASHINGTON.Mit den USA erteilte der Weltmeister von 1990 der stark ersatzgeschwächten deutschen Fußball-Nationalmannschaft beim 4:3 (2:0) über weite Strecken eine Lektion und Jürgen Klinsmann ließ durch diesen Erfolg auch die aufkommende Kritik an seiner Person verstummen. „In der ersten Halbzeit haben die paar Prozent bei der Laufbereitschaft und Aggressivität gefehlt. In der zweite Hälfte war es besser“, sagte Lukas Podolski nach dem Spiel, Miroslav Klose vermisste „Ballbesitz und die gewohnte Laufbereitschaft.“
Bei der Party zum 100-jährigen Jubiläum des US-Verbandes hatten nur die Gastgeber, für die Jozy Altidore (13.), Marc-André ter Stegen per Eigentor (16.) und Clint Dempsey (60., 64.) trafen, etwas zu feiern. Für Deutschland reichte es nur zu Treffern der nach der Pause eingewechselten Heiko Westermann (51.) und Max Kruse (79.) sowie Julian Draxler (81.). Draxler und Kruse konnten sich jeweils wenigstens über ihr erstes Länderspieltor freuen.
Die deutsche Mannschaft wirkte von Beginn an völlig verunsichert und im Vergleich zu ihrem ersten Match während der umstrittenen USA-Reise unkonzentriert und vor allem vor der Pause zeitweise wie gelähmt. Das erste Spiel ihres USA-Trips hatte das deutsche Team gegen Ecuador mit 4:2 gewonnen, dabei allerdings auch nur vor der Pause geglänzt. Vor 47 359 Zuschauern waren die Hausherren vom Start weg tonangebend und stürzten die DFB-Auswahl in die ein oder andere Verlegenheit.
In der elften Minute verpasste aber zunächst Per Mertesacker eine sehr gute Gelegenheit, als er aus fünf Metern den Ball am Ziel vorbei schob. Zwei Minuten später verschätzte sich der Abwehrspieler des FC Arsenal aber nach einer Flanke von Graham Zusi und verlor Jozy Altidore aus den Augen, der ungestört einnetzen konnte. Torwart Marc-André ter Stegen, der in seinen zwei Länderspieleinsätzen zuvor bereits acht Gegentore kassiert hatte, war bei diesem Gegentreffer machtlos. Drei Minuten später stolperte der Gladbacher Schlussmann den Ball aber nach einem harmlosem Rückpass von Benedikt Höwedes ins eigene Tor.
In der 19. Minute hatte André Schürrle eine gute Gelegenheit, 60 Sekunden danach wehrte ter Stegen einen guten Schuss von Clint Dempsey ab, seine allgemeine Verunsicherung konnte der Keeper nach seinem Lapsus aber nicht ablegen. Entgegen seiner Ankündigung, nach der Pause Ron-Robert Zieler zwischen den Pfosten eine Chance zu geben, ließ Löw ter Stegen nach dessen Slapstickeinlage im zweiten Durchgang im Tor.
Dafür wechselte der Bundestrainer mit Westermann, Philipp Wollscheid, Dennis Aogo und Max Kruse gleich vier neue Leute mit Wiederanpfiff ein, was aber nur kurzfristig Wirkung zeigte.

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