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„Don Jupp“: Noch zwei Titel und dann ab nach Hause

Meistermacher: Münchens Trainer Jupp Heynckes (Mitte) feiert. [KT_CREDIT] FOTO: dpa
Meistermacher: Münchens Trainer Jupp Heynckes (Mitte) feiert. [KT_CREDIT] FOTO: dpa

Von sid-Korrespondent
Marco Mader

Für Jupp Heynckes war seine dritte deutsche Meisterschaft als Trainer nur ein Etappenziel: Der mit fast 68 älteste Meistercoach der Bundesliga will seine Karriere mit dem Triple beschließen.

Frankfurt/München.Jupp Heynckes hüpfte vor Freude durch die Frankfurter WM-Arena, danach ließen ihn seine Spieler hochleben und wollten damit gar nicht mehr aufhören. Bayern München ist deutscher Meister 2013, so früh wie noch kein Team in 50 Jahren Bundesliga – und niemand hat daran größeren Anteil als Heynckes. „Die erste Meisterschaft als Spieler war das Emotionalste, was ich jemals erlebt habe. Aber auch das ist ein fantastischer Moment. Die Spieler haben das erreicht, was sie sich über das gesamte Jahr hart erarbeitet haben“, sagte Heynckes nach dem titelbringenden 1:0-Sieg in Frankfurt: „Dass die Meisterschaft nach 28 Spieltagen perfekt ist, ist außergewöhnlich, superklasse.“
In der Tat haftet dieser Meisterschaft etwas Besonderes an. Für Heynckes, den mit bald 68 ältesten Meistercoach der Geschichte, ist es aller Voraussicht nach die letzte. Noch hat er sich nicht abschließend zu seiner Zukunft erklärt. Doch wenn am 1. Juli Pep Guardiola in München sein Erbe antritt, wird Heynckes wohl in Schwalmtal am Niederrhein mit Schäferhund Cando spazieren gehen. Schon in der Winterpause habe er es so gehalten, sagte Heynckes vor einigen Wochen, und viel mit Cando gesprochen: „Das war witzig.“ Bevor er sich den tiefsinnigen Gesprächen mit Cando hingibt, will Heynckes aber auch mit den Bayern noch Spaß haben. Die Schale hat er zurückgeholt – der DFB-Pokal und vor allem die Champions League, die er 1998 mit Real Madrid gewann, sollen es noch sein. Heynckes wirkte in den vergangenen Wochen nicht so, als ob er seine große Karriere locker ausklingen lassen wollte. Der Job sei der zweithärteste nach dem des Bundeskanzlers, sagte er, mache aber „nach wie vor sehr viel Spaß“. Da ist beispielsweise die Champions League, die den Bayern das feucht-fröhliche Feiern des Meistertitels unmöglich machte, und in der Heynckes' Können offensichtlich wurde.
Die Spieler schwärmten derweil von seiner respektvollen, ruhigen Art, die Heynckes sich über die Jahre zugelegt hat. Die Erfahrungen in Spanien haben da geholfen, sie haben aus dem einst verdruckst und angespannt wirkenden Josef den Weltmann „Don Jupp“ gemacht. „Osram“, wie er wegen seiner gesunden Gesichtsfarbe früher spöttisch genannt wurde, nennt ihn heute niemand mehr. „Er ist ein Vollprofi“, sagt Torwart Manuel Neuer.
Die Mannschaft würde
Heynckes gerne mit drei Titeln in Rente schicken – und damit eleganter verabschieden, als es dessen Freund Uli Hoeneß tat. Der schickte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor, um Heynckes von Guardiolas Verpflichtung zu informieren.

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