Ja, wo isser denn hin? Aachens Albert Streit (links) und Rostocks Robert Müller versuchen an den Ball zu kommen. [RS_CREDIT] FOTO: dpa
Von unserem Mitarbeiter Hans Puckmann
Die Hoffnungen der Rostocker richten sich nun auf das „Kellerduell“ am kommenden Freitag gegen den Tabellenvorletzten FC Ingolstadt. Ziel ist dann der zweite Heimerfolg in Serie.
Rostock.Auch nach dem Spiel hatten sich die Gemüter noch nicht vollständig beruhigt. Zumindest die beiden Chef-Trainer, die einst in den 80ern mehrere Jahre lang zusammen beim 1. FC Kaiserslautern gespielt hatten, waren sich immer noch einig. Und erklärten nun auch der Öffentlichkeit, dass sie den Schiedsrichter gebeten hatten, das Zweitliga-Punktspiel zwischen Alemannia Aachen und Hansa Rostock nicht anzupfeifen: „Auf dem Platz war kein reguläres Spiel möglich, zudem war die Verletzungsgefahr auf dem glitschigen Boden sehr groß. Der Schiedsrichter hatte dann allerdings das Glück, dass es aufgehört hatte zu schneien und hat über die 90 Minuten eine gute Leistung abgeliefert. Vielleicht hätte ich an Friedhelms Stelle auch einen Elfmeter gefordert, aber Benjamin Auer lässt sich zu früh fallen“, erklärte Hansa-Trainer Wolfgang Wolf. Sein Aachener Kollege Friedhelm Funkel pflichtete ihm auf der Pressekonferenz nach dem Spiel bei: „Im Großen und Ganzen sehe ich das genauso wie Wolfgang. Die Verantwortlichen beider Mannschaften waren dagegen, anzupfeifen. Als der Schiedsrichter den Platz dann zu zweiten Mal inspizierte und entschied, dass gespielt wird, hatte sich noch nichts geändert.“ Die mehr als 14000 Zuschauer auf den Rängen – darunter rund 1000, die die rund 700 Kilometer aus Rostock angereist waren, sahen die Situation naturgemäß anders. Und auch die meisten Spieler hatten keine Bedenken, wie Kevin Müller bestätigte: „Jeder von uns wollte spielen“, berichtete der Hansa-Keeper und ergänzte: „Am Ende war die Entscheidung ja auch vertretbar, obwohl es in der ersten Halbzeit noch sehr schwierig war und viele Bälle ins Leere gingen.“ Obwohl der Torhüter des FC Hansa zum ersten Mal seit dem 0:0 beim FSV Frankfurt am 6. November wieder ohne Gegentor blieb, war er mit dem Ergebnis nur bedingt zufrieden: „Eigentlich helfen uns in solchen Spielen da unten nur Siege. Und bei 15:4 Torschüssen war sicherlich auch mehr drin für uns.“ Trainer Wolfgang Wolf sah das ähnlich: „Wir hatten das Spiel jederzeit im Griff. Uns ist es gelungen, den Gegner von unserem Tor fernzuhalten. Lediglich in den letzten fünf Minuten vor der Pause sind wir ein bisschen übermütig geworden und wollten auf dem Boden plötzlich Fußball spielen.“ Dass am Ende allerdings auch vorne die Null stand, stellte den Hansa-Coach nicht ganz zufrieden: „Im Abschluss fehlte uns leider das Quäntchen Glück. Entweder sind wir auf dem seifigen Platz weggerutscht oder es fehlte an der nötigen Konzentration.“ Obwohl die Ostseestädter nach dem 0:0 in Aachen weiterhin Tabellenletzter geblieben sind, bleibt Wolfgang Wolf optimistisch: „Wir sind auf einem guten Weg. Allerdings müssen wir jetzt unser Heimspiel gegen Ingolstadt gewinnen“, weiß der Rostocker Trainer, dessen Mannschaft den Vorletzten am kommenden Freitag um 18 Uhr zum Kellerduell in der heimischen DKB-Arena empfängt. Sollte in dieser Begegnung der zweite Heimsieg in Folge gelingen, würden sich die Gastgeber immerhin schon auf den Relegationsplatz verbessern, da sich mit dem FSV Frankfurt und dem Karlsruher SC auch die Mannschaften auf den Rängen 16 und 15 im direkten Duell gegenüberstehen. „Ein Sieg gegen Ingolstadt wäre unheimlich wichtig“, weiß auch Torsteher Kevin Müller, „denn mit sieben Punkten aus drei Spielen könnten wir schon etwas ruhiger arbeiten.“ Aktuell trennen die abstiegsgefährdeten Teams im unteren Tabellendrittel lediglich vier Punkte voneinander.