Nordkurier.de

Eisbären blenden den Gedanken an Titel-Hattrick aus

VonMatthias Bossaller

Die Berliner haben sich zum Start in die Endspiel-Partien gegen Köln das Heimspielrecht zurückgeholt.
Ist das aber von Vorteil?

Köln/Berlin.Nach dem Spielende flogen Bierbecher, Geldmünzen und Schnapsfläschchen auf das Eis. Die Spieler der Kölner Haie zogen es vor, wort- und grußlos durch die Mixed-Zone der Lanxess-Arena zu huschen. Der misslungene Auftakt in die Finalserie um die deutsche Eishockey-Meisterschaft hatte bei den Profis und Fans das Gemüt stark belastet. Zur schmerzlichen 2:4-Heimpleite gegen den Titelverteidiger aus Berlin äußerte sich nur Haie-Trainer Uwe Krupp. „Egal, wie das Spiel ausgegangen ist, wir stellen uns nach wie vor auf eine lange Serie ein“, sagte der frühere Bundestrainer trotzig. Auch die Eisbären versuchten trotz des perfekten Starts in die Best-of-Five-Serie, den verlockenden Gedanken an den Titel-Hattrick beiseitezuschieben. „Wir wussten, dass wir wenigstens einmal auswärts gewinnen müssen, um Meister zu werden“, sagte zwar Berlins Torschütze T.J. Mulock, „aber die Serie ist noch lang, und wir konzentrieren uns nur auf das nächste Spiel.“ Das findet heute in der heimischen Arena am Ostbahnhof statt. Kölner und Berliner messen dem so oft beschworenen Heimvorteil aus gutem Grund keine allzu große Relevanz bei.
In den bisherigen fünf Saison-Duellen zwischen Titelverteidiger Berlin und dem Meister von 2002 hat sich ein regelrechtes Auswärtsphänomen entwickelt: Es gingen stets die Gäste als Sieger vom Eis. Nach dem Gesetz dieser speziellen Serie müsste nun dem Titelfavoriten Köln in der Hauptstadt der 1:1-Ausgleich gelingen. „Dafür gibt es aber keine Garantie“, warf Krupp schnell ein. Auch Berlins Trainer Don Jackson will davon nichts wissen. „Es ist immer gut, mit einem 1:0 nach Hause zu gehen“, betonte der Amerikaner.
Dass es in der Halle nach der Schlusssirene zu den Tumulten auf den Rängen kam, lag an dem ungewöhnlichen 4:2 durch André Rankel 29 Sekunden vor dem Spielende. Die Schiedsrichter entschieden laut der IIHF-Regel 508 auf ein „technisches Tor“, obwohl Berlins Kapitän nur den Pfosten des leeren Tores getroffen hatte.
Die Regel greift nur dann, wenn der Torhüter nicht mehr auf dem Eis ist und der Angreifer beim Torschuss penaltywürdig gefoult wird. „Das war ein regelgerechtes Tor“, sagte der Berliner Rankel, „mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×