Nordkurier.de

Für die Roten Bullen ist der Titel nur Zwischenstation

VonJohn Hennig

RB Leipzig hat das Minimalziel für diese Fußball-Saison erreicht. Die Leipziger sind vorzeitig Meister der Regionalliga Nordost. Doch das ist nicht das, was der Club will.

Leipzig.Nur eine selbst gebastelte Schale, die das Maskottchen von RB Leipzig nach dem Spiel präsentierte, erinnerte am Mittwoch in Leipzig an die Meisterschaft. Ansonsten herrschte weder bei den Fans noch bei den Spielern des ambitionierten Fußball-Regionalligisten nach dem umkämpften Stadtderby gegen den 1. FC Lok Leipzig (0:0) eine ausgelassene Feierstimmung. Dabei hat RB Leipzig nach zwei vergeblichen Versuchen erstmals in der noch jungen Vereinsgeschichte die Regionalliga-Meisterschaft gewonnen. Doch zum einen stand die Mannschaft schon am Vorabend des Stadtderbys als Staffelsieger fest, zum anderen dürfte die Verletzung von Kapitän und Toptorschütze Daniel Frahn die Stimmung getrübt haben. Der Stürmer musste in der ersten Halbzeit mit Verdacht auf einen Innenbandriss ausgewechselt werden. Dabei geht die Saison jetzt für RB Leipzig erst richtig los. Denn der Staffelsieg ist nur ein Zwischenziel. Relegations-Spiele entscheiden in dieser Saison über den Aufstieg in die 3. Fußball-Liga. Den hat das ambitionierte Fußball-Projekt schon zweimal verpasst. Trainer Alexander Zorniger, in seiner ersten Saison in Leipzig noch ungeschlagen, betonte dennoch nach dem Stadtderby: „Jetzt grad genießen wir diese Meisterschaft.“ Er wolle nicht, dass die gesamte Saison nur am Ausgang der Relegation gemessen wird, betonte Zorniger.
Abwehrspieler Fabian Franke, seit 2010 im Verein meinte, die Mannschaft sei – auch wenn ihr wegen ihres potenten Sponsors oft anderes unterstellt wird – in den letzten drei Jahren auch menschlich zusammengewachsen. Zudem habe das von Zorniger eingeführte Gegenpressing zu mehr Konstanz geführt: „Selbst wenn wir mal einen schwachen Tag haben, schaffen es die anderen nicht, gegen uns zu gewinnen, weil sie kaum zu Offensivaktionen kommen“, analysiert Franke.
Dass sich seit Anfang der Saison Ralf Rangnick nach Burnout-Auszeit als Sportdirektor um die Geschicke des Regionalligisten kümmert, spielt für Franke nur eine untergeordnete Rolle: „Die bisher erfolgreiche Saison ist vor allem ein Verdienst des Trainer- und Betreuerstabs.“ Den hat allerdings Rangnick zusammengestellt. Auch das Umfeld und die Infrastruktur suchen im Osten bereits ihresgleichen. Erst vorige Woche wurde der Ausbau des Nachwuchs- und Trainingszentrums bis 2015 für 35 Millionen Euro angekündigt. Um damit sportlich mithalten zu können, muss die Mannschaft am 2. Juni, dem Tag des Relegations-Rückspiels, der Meisterschaft nun auch den Aufstieg folgen lassen.

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×