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Greif nach dem 1:1 zu mutlos

VonRoland Bandow

In der Fußball-Regionalliga muss der SV Greif die nächste Niederlage einstecken. Diesmal entführen die Magdeburger die Punkte aus Torgelow.

Torgelow.Ausgerechnet ein ehemaliger Torgelower hat die 1:2-Niederlage des Fußball-Regionalligisten Greif eingeleitet. In der 48. Minute kam eine Flanke von Stephan Neumann zu Christian Beck, der mit einem Seitfallzieher das 1:1 erzielte und damit die Gastgeber-Führung aus Minute 17 ausglich. Da hatte Daniel Pankau Mike Keyser per Freistoß bedient und der köpfte das 1:0.
Es schien so, als sei mit dem ersten Magdeburger Treffer den Vorpommern auch der Mut und die Zuversicht in dieser Partie genommen worden. Nach guter erster Halbzeit lief nach dem 1:1 nicht mehr viel zusammen. Die Angst vor dem nächsten Gäste-Treffer lähmte irgendwie die vorher so kampfstarken Männer von Trainer Danny König. Angst – gewachsen in einer Saison, in der beim Schlusslicht bisher nur sechs Pluszähler zu Buche stehen. Und die schlimmsten Erwartungen erfüllten sich – das nächste Tor für den FCM fiel. In Minute 73 sorgte der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Kevin Nennhuber per Kopf für den Sieg.
Immerhin habe die Mannschaft, die von einigen im Verein schon abgeschrieben werde, noch Moral gezeigt, erklärte Greif-Trainer König anschließend. „Die erste Halbzeit war taktisch hervorragend. Nach dem schnellen Gegentreffer nur drei Minuten nach der Pause fehlte uns dann aber der Mut für den finalen Pass, für den Schuss aus der zweiten Reihe.“ Da häuften sich die Fehlpässe, wurden Zweikämpfe zu schnell verloren gegeben.
Greif-Kicker, so König, die sonst täglich ihr Kalenderblatt abrissen, hätten trotzdem einmal mehr großen Einsatz geboten. König spielte damit auf die sich jetzt schon abzeichnenden Abgänge im Sommer an. Wie im Vereinsumfeld zu erfahren war, wollen bis zu acht Akteure die Greif-Mannschaft verlassen. „Aber noch kämpfen sie, hier auf dem Platz, das ist wichtig“, betonte König. Groß war der Jubel beim Kontrahenten. „Viele freuten sich, wenn sie uns in den letzten Wochen als Gegner hatten“, bekannte FCM-Coach Andreas Petersen nach den vergangenen Niederlagen. „Der Druck war immens groß. Für mich ein verdienter Sieg.“
„Supergefühl, mal wieder drei Punkte zu holen“, meinte Torschütze Beck. Der 25-jährige gebürtige Erfurter hatte Greif vor einigen Jahren verlassen und war über Halberstadt zu den Magdeburgern gestoßen als sein Wunschspieler, wie Trainer Petersen bekannte. 350 Zuschauer wollten und konnten die Partie sehen, darunter 130 Magdeburger. 118 Anhänger des Gegners bekamen das Stadion nicht zu Gesicht. Sie legten sich schon am Bahnhof mit den Polizisten an und wurden gleich wieder nach Hause geschickt. Drei Beamte wurden bei dem Gerangel leicht verletzt.
Torgelow: Greulich – Stoeter,
Mista, Rohde, Keyser – Novacic, Hegert (83. Kazak) – Zschiesche, Freyer (70. Gajewski) – Duspara, Pankau (75. N’Diaye). SR: Matthias Lämmchen (Meuselwitz)

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